Dass Fabian Ammann heute in Oslo den WM-Ski für seinen Coucousin Simon präpariert, hat er seiner Diplomarbeit zu verdanken. Über Biomechanik im Skispringen schrieb der ehemalige Handballer des HC Dietikon-Urdorf, als er sein Studium der Sport- und Bewegungswissenschaften an der ETH Zürich abschloss.

Nach der Demission von Servicemann Gerhard Hofer im Frühling kam der Schweizer Skisprung-Chef Berni Schödler auf Ammann zu und verpflichtete ihn als Verantwortlichen für den Materialbereich. So betreut Ammann jetzt einerseits die Forschungsprojekte, mit denen das Schweizer Team den Sprung in eine erfolgreiche Zukunft schaffen will. Die meiste Zeit verbringt er aber mit ganz praktischen Aufgaben wie dem Skiwachsen.

Kann er seinen wissenschaftlichen Hintergrund einfliessen lassen? «Ich versuche immer wieder Inputs zu geben», sagt Ammann. «Aber während der Saison bleibt keine Zeit für grosse Experimente. Die Athleten sollen vor allem trainieren, nicht Versuchskaninchen für die Forschung spielen.» An Ideen, wo man ansetzen könnte, um möglicherweise noch einen Vorteil herauszuholen, fehlt es ihm nicht. Konkreter will er sich dazu aber nicht äussern. «Wir müssen die Konkurrenz ja nicht unbedingt darauf aufmerksam machen.»

Schödler ist begeistert von Fabian Ammanns Einsatz: «Er ist ein richtiger Teamplayer, der seine Erfahrungen aus dem Mannschaftssport einbringt.» Im praktischen Umgang mit der Ausrüstung habe sich überraschend schnell zurechtgefunden. Ob er auch in der nächsten Saison noch mit den Schweizer Skispringern arbeiten wird, beschäftigt Ammann im Moment noch nicht. Schödler will ihn auf jeden Fall im Team behalten. «Ich hoffe sehr, dass Fabian mit uns weitermacht», sagt er.

Im Moment liegt der Fokus aber ganz auf den WM-Wettkämpfen. Packt Simon Ammann heute wie bei den Olympischen Spielen in Vancouver eine Wunderwaffe aus? «Das beste Ausrüstungspaket haben wir bisher noch nicht eingesetzt», sagt Fabian Ammann nur. Ob der neue Ski des Olympiasiegers, der den Schwerpunkt weiter vorne hat als bisher und einen flacheren Absprung erlaubt, zur Wunderwaffe werden könnte, wird sich heute zeigen.