Sie gelten als einer der grössten Sportanlässe in der Region: die Limmattaler Tennismeisterschaften. Ab kommendem Mittwoch ist es wieder so weit. Spielerinnen und Spieler in diversen Kategorien, von den Junioren bis zu den Senioren, werden vom 15. bis zum 19. August sowie vom 22. bis zum 26. August ihre Rackets schwingen. Und zwar auf den Plätzen der Tennisclubs Engstringen, Unterengstringen, Schlieren und Weihermatt, wobei Oberengstringen die Hauptanlage ist, wo auch die Finalspiele ausgetragen werden.

Die diesjährige Ausgabe steht unter einem besonderen Stern. Denn das Turnier wird zum 50. Mal organisiert, was die Kategorien der Aktiven und Senioren betrifft. Bei den Junioren handelt es sich um die 41. Austragung.

Besondere Kategorien gibt es beim Jubiläumsturnier nicht. Dafür haben sich die Verantwortlichen für den Hauptaustragungsort, die Anlage des Tennisclubs Engstringen, ein Rahmenprogramm ausgedacht. So wird am Freitag, 17. August, die Acoustic-Folk-Band Sandy Saidap auftreten. Einen Tag später gibt Boogie- und Rock-’n’-Roll-Pianist Eric Lee ein Konzert. Beide Konzerte beginnen nach dem Ende der letzten Partien. «Zudem gibt es eine Chillout-Lounge, wo ein DJ auflegen wird», sagt Frank Schweitzer, der Eventmanager des Rahmenprogramms. «Um diese Lounge einzurichten, bringen wir extra 100 Paletten nach Oberengstringen.»

Lounge- und Chillout-Musik – das hat es zu Zeiten von Klaus Strehler noch nicht gegeben. Der 76-Jährige hatte 1968, also in dem Jahr, als das Turnier gegründet wurde, mit dem Tennisspielen begonnen und an den Meisterschaften teilgenommen. «Ich stand zwei-, dreimal im Finale, habe aber nie gewonnen», sagt Strehler, der sich selber als «nicht schlechter, aber auch nicht wahnsinnig guter» Tennisspieler bezeichnet. Im alten Ranking war er als C1-Spieler klassiert, im neuen als R5-Spieler. 1993 wurde er Turnierleiter. «Ich wurde damals angefragt und konnte nicht Nein sagen», sagt Strehler. Über 20 Jahre lang war er dann Turnierleiter, heute ist er noch Passiv-Mitglied beim Tennisclub Schlieren.

Strehler erinnert sich gerne an die alten Zeiten. Organisatorisch war die Durchführung vor dem Zeitalter des Internets etwas umständlicher. «Früher wurden die Tableaus noch aufgehängt», sagt Strehler. «Da mussten die Spieler jeweils zur entsprechenden Anlage gehen und nachsehen, gegen wen sie spielen.»

Bei den Partien selbst ging es lauter zu und her als bei einem gewöhnlichen Tennisspiel. «Normalerweise spielt man ja für sich», sagt Strehler. «Aber bei den Limmattaler Tennismeisterschaften kamen viele Mitglieder der Clubs, von denen die einzelnen Spieler stammten. Und diese feuerten die Spieler an, da herrschte ein richtiger Wettstreit untereinander, so wie bei einem Derby.» Nach der Partie habe man sich dann zusammengesetzt und habe etwas gegessen. Das sei heute zu Strehlers Bedauern etwas verloren gegangen. «Aber das ist wohl eine Zeiterscheinung», sagt der 76-Jährige.

Finalspiele in der Halle

Auch der Umgang der Tennisspielerinnen und -spieler untereinander habe sich geändert. Strehler erinnert sich, wie man einander auf dem Platz noch gesiezt habe. Doch in den 1970er- und 80er-Jahren sei Tennis zu einem Volkssport geworden, danach habe man zum Duzis gewechselt. Und nicht zuletzt habe sich das Material verbessert. «Schläge mit über 200 Stundenkilometern – so etwas war vor 40 Jahren natürlich noch nicht möglich», sagt Strehler. «Und auch die Spieler haben sich weiterentwickelt.»

Gleich geblieben ist jedoch die Wetterabhängigkeit, da die Spiele bei den Tennismeisterschaften traditionell draussen ausgetragen werden. Strehler erinnert sich an ein Jahr, in dem die Finalspiele in die Halle verlegt werden mussten, weil es draussen so stark regnete. «Das war eine Katastrophe», sagt er. Schliesslich sei der Platz in der Halle sehr eingeschränkt, was sich auf die Zuschauerzahl ausgewirkt habe.

Schwankende Teilnehmerzahlen

Ebenfalls nicht verändert hat sich die Tatsache, dass die Teilnehmerzahl stark variiert. So kämpften im Jahr 2003 rund 500 Spielerinnen und Spieler um Punkte, 2009 waren es noch rund 300. Dafür schnellte die Zahl 2012 wieder auf 360 hoch. Traditionell seien die Frauen im Vergleich zu den Männern deutlich in der Unterzahl, so Strehler. «Etwa ein Drittel aller Teilnehmenden sind weiblich», sagt Strehler. «Aber das war schon immer so und hat nichts mit dem Turnier zu tun, das ist generell so im Tennis.»

Auch in diesem Jahr sind die Kategorien der Mädchen und Frauen schwächer besetzt als bei den männlichen Spielern. Insgesamt haben sich bisher 250 Spielerinnen und Spieler angemeldet, wobei die Anmeldefrist noch läuft. Besonders in den guten Kategorien sei die Teilnehmerzahl bisher hoch. Das grösste Tableau bildet dabei die Kategorie der Herren 45 Plus in der Klassierung R6 bis R9 mit über 30 Anmeldungen. Auch Strehler wird dabei sein, sagt er: «Ich werde sicher zuschauen.»