Fussball Cup

Zürich will trotz Torflaute in den Cupfinal einziehen

Franck Etoundi ist gemäss seinem Trainer Urs Meier seit dem Afrikacup im Januar nicht mehr fit gewesen

Franck Etoundi ist gemäss seinem Trainer Urs Meier seit dem Afrikacup im Januar nicht mehr fit gewesen

In der Meisterschaft hat der FCZ sein Saisonziel verpasst. Nun bleibt noch der Cup. Am Mittwoch gastiert Sion im Letzigrund. Um in den Final einzuziehen sind die Zürcher dringend auf Tore angewiesen - doch wer soll diese schiessen?

Nein, über die Ausbootung von David Da Costa möchte Urs Meier nicht mehr sprechen. Einen Tag vor dem Saisonschlüsselspiel gegen den FC Sion will er den Fokus ganz auf diese Partie richten. Zwar wird Da Costa erneut auf der Tribüne sitzen und beobachten, ob sein Nachfolger Yanick Brecher wieder so gut spielt wie am Samstag beim 0:1 gegen Luzern, doch das kümmert Meier nicht.

Er ist ohnehin überzeugt davon, dass dies seinem neuen Torhüter gelingt. Nervosität hat er beim 21-Jährigen bisher keine ausgemacht. Er weiss: die beiden Paraden gegen die Kopfbälle von Puljic und Hyka haben dessen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten weiter gestärkt. Dies, nachdem Brecher vor seinem Wechsel zum FCZ das Tor des FC Wil in der Challenge League vier Mal in Folge rein gehalten hatte.

Derweil sich Meier also keine Sorgen um seinen jungen, unerfahrenen Goalie macht, kann dies für die Offensivabteilung kaum gelten. Seit drei Spielen hat der zuvor so treffsichere FCZ kein Tor mehr erzielt, zu Hause im Letzigrund sind es in der Liga gar vier Partien.

Aus der letzten Saison bekannt

Weil heute Abend aber ein Match im Schweizer Cup ansteht und nicht einer in der Super League, ist sich Meier sicher, dass die Torflaute des FCZ im eigenen Stadion kein unlösbares Problem ist. Denn im Cup sind die Zürcher seit nicht weniger als elf Partien ungeschlagen, und in diesem Wettbewerb haben sie ja am 4. März beim 1:0 im Viertelfinal gegen GC durch Francisco Rodriguez selbst im verhexten Letzigrund ein Tor geschossen.

Die Situation der Ladehemmung ist nicht neu. «Schon in der letzten Saison hatten wir eine Phase mit fünf Spielen ohne Tor», sagt Meier. Die jetzige Baisse erklärt er damit, dass Mario Gavranovic nach langer Verletzungspause die Spielpraxis fehle und Franck Etoundi seit dem Afrikacup nicht mehr richtig fit gewesen sei. Auch die Form des gegen Sion gesperrten Captains Yassine Chikhaoui sowie von Amine Chermiti ist seit dem Trip nach Äquatorialguinea noch nicht wieder zurückgekehrt.

«Es stimmt allerdings auch, dass wir keine Tormaschinen haben wie Basel mit Gashi und YB mit Hoarau», räumt Meier ein. Natürlich hat er es im Training auf alle Arten versucht, damit seine Stürmer zu alter Torgefährlichkeit zurückfinden. Er hat auch schon Videos mit vielen FCZ-Toren zusammengeschnitten und sie den Spielern gezeigt, geholfen hat es nicht.

Ziel Titelverteidigung

Das Einzige, was den Bann bricht, sind Erfolgserlebnisse. «Man kann den erfolgreichen Torschuss nicht trainieren», sagt Meier. «Im Spiel ist es eine andere Situation. Da braucht es die Ruhe beim Abschluss. Es entscheidet sich im Kopf des Stürmers, ob der Ball reingeht oder nicht.»

Es ist Meiers dritter Halbfinal in Folge als FCZ-Trainer. Gegen GC gab es vor zwei Jahren vor 20 500 Zuschauern eine 1:2-Niederlage, gegen Thun in der letzten Saison vor 8500 Besuchern nach 120 torlosen Minuten einen 5:4-Sieg im Penaltyschiessen. Weil bis gestern lediglich 5800 Karten abgesetzt worden sind, rechnet Meier nicht mit einer grossartigen Ambiance im Letzigrund.

Dies tut seiner Vorfreude auf die Partie aber keinen Abbruch. «Wir wollen den Titel verteidigen, dies ist eines unserer Saisonziele», sagt Meier. Er gibt zu, dass das andere, die Qualifikation für die Ausscheidungsspiele zur Champions League, kaum mehr zu erreichen ist. «Zehn Punkte Rückstand auf den zweiten Platz sind zu viel, da muss man realistisch sein», sagt Meier.

Volle Leistung im Halbfinal

Auf Spekulationen, bei einer Niederlage gegen Sion könnte es für ihn als Trainer eng werden, geht Meier gar nicht erst ein. «Es geht hier nicht um mich, sondern um den Verein», sagt der 53-Jährige. Er bemüht eine Floskel, die zuletzt beinahe jeder Trainer benützt hat, wenn die Resultate nicht stimmten.

Die 0:5-Niederlage der Walliser am Freitag gegen GC hat Meier nicht im Tourbillon, sondern am Fernsehen gesehen. «Ich möchte die Leistung von GC nicht schmälern», sagt der FCZ-Trainer, «mir wurde aber schon in den ersten Minuten klar, dass Sion nur ein einziges Spiel im Kopf hat: den Halbfinal gegen uns. Viele Sittener waren nicht bereit für dieses Spiel», sagt Meier.

«Dies wird heute ganz anders sein. Doch wir kennen ihre Stärken und Schwächen, haben gegen sie erst kürzlich 0:1 verloren.» Auch deshalb sagt Meier: «Der Begriff Halbfinal gefällt mir nicht, weil das Wort ‹halb› drin steckt. Eine halbe Leistung genügt gegen Sion nie und nimmer. Ein Halbfinal ist viel schwieriger zu spielen als ein Final.»

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