Um die Jahrtausendwende stellte man sich beim FVRZ die Frage: «Wie sagen wir all den unzähligen Vereinshelfern danke? Den ehrenamtlichen Schiedsrichtern, den Trainern, den sonstigen guten Seelen?» Die Antwort war so simpel wie genial: mit einem gemütlichen Abend unter Gleichgesinnten.

Im Dezember 2002 traf man sich in einem Zirkuszelt in Winterthur zu Premiere der FVRZ-Gala. Der Rest ist Geschichte. 2003 traf man sich bei Eiseskälte im Innenhof des Landesmuseums, und seit 2004 gehört der Abend im festlich dekorierten Kongresshaus zum Jahresprogramm.

Längst haben auch andere Kantonalverbände die Zürcher Idee abgekupfert. Ein Wermutstropfen bleibt indes: Längst nicht alle der vielen tausend motivierten Männer und Frauen, die einen Teil ihrer Freizeit für die kickenden Kinder opfern, konnten am Freitag live vor Ort sein.

Köbi Kuhn bringt Glamour

Letztes Jahr stand mit Köbi Kuhn Zürichs bekanntester Fussballsohn aller Zeiten an der FVRZ-Gala auf der Bühne. Er verlieh dem Anlass als Überbringer eines Preises eine Prise Glamour. Diesmal liess es der ehemalige Nationaltrainer etwas ruhiger angehen und genoss den Abend von seinem Tisch aus.

Andere standen im Vordergrund. So zum Beispiel Rolf Brachs. Vor 46 Jahren startete er als Juniorentrainer im Fussball, nun durfte er, der bis vor einem Jahr noch als Präsident des FC Beringen amtete, aus den Händen von Peter Schötzau, dem Amtschef des Sportamts des Kantons Zürich, die Auszeichnung «Ehrenamtlicher des Jahres» entgegennehmen.

Sandro Agostis Dernière

Natürlich waren auch verschiedene Delegationen von Limmattaler Vereinen im Kongresshaus anwesend. Die grösste mit 13 Personen stellte der FC Urdorf. Vereinspräsident Sandro Agosti: «Ein wunderbarer Abend. Wir geniessen es.»

Für Agosti schloss sich am vergangenen Freitag sozusagen ein Kreis: Als der FVRZ im Jahr 2002 seine erste Gala durchführte, war er als neugewählter FCU-Präsident dabei. Nun war er letztmals in offizieller Mission dabei. An der kommenden Vereins-GV im März 2015 geben Agosti und drei weitere Vorstandmitglieder ihren Rücktritt. Wie gehts beim FCU weiter? Agosti: «Wir werden Lösungen finden.»

Es sind imposante Zahlen, welche am Freitag präsentiert wurden. Aktuell umfasst der Zürcher Verband 120 Vereine. 3500 Ehrenamtliche sorgen dafür, dass rund 45 000 Spielerinnen und Spieler jeden Alters ihrem liebsten Hobby frönen dürfen.

700 Unparteiische leiten die Partien. «Leider beträgt die Frauenquote bei den Schiedsrichtern nur gerade ein Prozent», bedauerte Markus Hug, der Präsident der Schiedsrichter-Kommission des Schweizer Verbands, «das möchten wir natürlich gerne ändern.» Er erhielt vom gutgelaunten Publikum einen aufmunternden Applaus.

Schlierens Junioren Hand in Hand mit GC-Stars

Für die Junioren des FC Schlieren gabs übrigens verfrühte Weihnachtsgeschenke. Als einzige Vertreter des fussballerischen Limmattals wurden sie zusammen mit dem Nachwuchs von 14 anderen Vereinen ausgelost und dürfen im kommenden Frühling an einem Heimspiel der Grasshoppers mit den Profis einlaufen. Total haben sich 44 Klubs dafür beworben.

Die Preisträger 2014

Ehrenamtlicher des Jahres: Rolf Brachs, FC Beringen.

Schiedsrichter des Jahres: Thomas Eckereder, FC Wallisellen.

Vereins-Fairplay: 1. Wollerau. 2. Neftenbach. 3. Stäfa.

Special Award: Bernhard Bruggmann

Vorbildliche Vereine 2014: Dietikon (Gold), Urdorf (Gold), Oetwil-Geroldswil (Gold), Schlieren (Bronze) sowie 44 weitere Klubs.