Squash
Zu teuer: Die Champions League findet auch in diesem Jahr ohne Vitis statt

Schweizer Meister Schlieren verzichtet auf die Teilnahme an der Champions League der Squashvereine. Starspieler Nicolas Müller ist zu teuer. Zudem können Marco Dätwyler und John Williams aus beruflichen Gründen nicht antreten.

Raphael Biermayr
Merken
Drucken
Teilen
Schlierens Spielertrainer John Williams (im Vordergrund) bedauert die neuerliche Verzichtserklärung seines Teams.Manuel GEisser

Schlierens Spielertrainer John Williams (im Vordergrund) bedauert die neuerliche Verzichtserklärung seines Teams.Manuel GEisser

geisser

Es war einmal ein Traum. Der Traum von John Williams, mit Vitis Schlieren an den European Club Championships teilzunehmen. Der Champions League der Squashvereine. Nach dem ersten Meistertitel 2007 war die Teilnahme noch kein Thema. Williams sprach davon, die Erfüllung dieses Traums 2008 ins Auge zu fassen. Das Problem damals: Die Titelverteidigung gelang nicht. Jetzt, fünf Jahre später, sind die Limmattaler wieder Meister. Auf internationalem Parkett werden sie gleichwohl nicht in Erscheinung treten, wenn Mitte September in Italien der Meister der Meister erkoren wird. Das Problem heute: das Geld. «Wir hätten ein starkes Team und ich wäre wirklich gern gegangen. Aber einerseits haben Marco (Dätwyler, Anm. d. Red.) und ich Jobs, die wir nicht einfach ruhen lassen können, andererseits können wir uns Nici während vier Tagen schlichtweg nicht leisten.» Gemeint ist, Nicolas Müller gegenwärtig die Nummer 21 der Weltrangliste. Man habe also auf den Platz verzichtet, wovon Vizemeister Grasshoppers profitieren könnte.

So bleibt John Williams ein weiteres Mal nur die Hoffnung auf die Zukunft. Die Titelverteidigung sei auch diesmal das Ziel. Im Gegensatz zu 2008 ist nicht zu erwarten, dass ein Team aus dem Nichts ins Scheinwerferlicht tritt, wie es damals Aufsteiger Wohlen getan hat. Die Schlieremer setzen weiterhin auf Müller als topgesetzten Spieler, wer als Nummer zwei agiert, sei noch offen. Julien Balbo stehe zwar zur Verfügung, «doch vielleicht ist es besser, wir verpflichten mal einen neuen Ausländer», sagt Williams. Er selbst spielt auf der Position drei, dahinter duellieren sich Dätwyler und der junge Manuel Wanner um Einsätze. «Ich rechne damit, dass Wanner einen Schritt weiter ist», sagt Nationaltrainer Williams.

Kurz- bis mittelfristig weiss der 40-Jährige also, wohin die Reise gehen soll. Das sieht für die fernere Zukunft ganz anders aus. Denn das Vitis Center soll 2020 einer Überbauung weichen (die LiZ berichtete). Damit wäre auch Williams’ Job als Trainer und Eventorganisator hinfällig. «Ich war etwas überrascht, davon aus der Zeitung zu erfahren», sagt der Australier. Er habe in besagtem Artikel allerdings mit Interesse gelesen, dass sich der Bauherr vorstellen kann, ein reines Squash-Center zu errichten. «Es wäre interessant, schon ab der Planungsphase eines solchen Projekts dabei zu sein», wittert er die Chance auf eine neue Herausforderung. Ein neuer Traum für Williams.