Eishockey
ZSC besiegt Servette – oder der Abend der kuriosen Tore

Der ZSC startete nach der gestrigen Niederlage gegen den SC Bern zwar wie erwartet bissig ins Spiel – am Ende hinterliessen die Zürcher aber erneut einen zwiespältigen Eindruck. Dennoch siegt der ZSC mit 5:3 und hält Anschluss an Leader Davos.

Cedric Heer
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ZSC-Matchwinner Luca Cunti.

ZSC-Matchwinner Luca Cunti.

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Nach einer Strafe gegen den Genfer Antonietti spielte Servette in Unterzahl. Was jedoch die Zürcher an diesem Abend in ihrem Überzahlspiel fabrizierten, lässt sich am besten mit dem Prädikat «kläglich» beschreiben. Und es kam noch schlimmer aus Zürcher Sicht: Servette-Verteidiger Vukovic fasste sich ein Herz und brauchte seinen Befreiungsschlag aus der eigenen Zone auf das Tor von ZSC-Goalie Flüeler. Dieser passte sich der Leistung seiner Kollegen an und liess den Schuss wie aus dem Nichts passieren. Kein wunder, sprach ZSC-Trainer Marc Crawford nach dem Spiel von «funny goals», von kuriosen Toren.

Es war der Anschlusstreffer zum 2:1 und die Initialzündung für die Gäste im zweiten Drittel. Die Westschweizer suchten die Offensive nun vehementer als noch im ersten Umgang. Nach einem weiteren Schuss von Vukovic erwischte Romy Flüeler nach dem Abpraller in der nahen Ecke zum erneuten Anschlusstreffer zum 3:2.

Dass der ZSC überhaupt über die ganze Spielzeit nie in Rückstand geriet, verdankten sie auch der gütigen Mithilfe der Genfer Defensive. Trutmann vertändelte noch im Startdrittel den Puck in der eigenen Zone gegen Trachsler, dessen Pass verwertete Künzle ohne Mühe zum 2:0. «Wir erwischten einen guten Start und spielten unser Spiel», sagte der Torschütze. Beim vorangegangenen 1:0 liess sich Genf-Goalie Mayer von Cunti zwischen den Hosenträgern erwischen.

Der ZSC startete nach der gestrigen Niederlage gegen den SC Bern zwar wie erwartet bissig in die Partie. Am Ende hinterliessen die Zürcher aber durch die phasenweise auftretende Passivität erneut einen zwiespältigen Eindruck. Nur durch einen Traumschuss von Schäppi, der via Innenpfosten den Weg ins Tor fand, beendete das Heimteam auch das Mitteldrittel in Führung. «Im zweiten Drittel agierten wie zu kompliziert», resümierte Neo-Nationalspieler Künzle.

Auch der Start ins Schlussdrittel gelang den Löwen nicht optimal. Nach einer Strafe aufgrund verspäteter Rückkehr aus der Pause (!), musste man in Unterzahl den Ausgleich durch Simek hinnehmen. Es sollte jedoch nicht mehr als der nötige Weckruf sein, den das Heimteam dringend benötigte. Nur knapp eine Minute später erzielte Cunti mit seinem zweiten Treffer die erneute Führung. In einem äusserst unterhaltsamen Schlussabschnitt mit teils besten Chancen auf beiden Seiten konnte sich das Heimteam letztlich durchsetzten. Shannon machte mit seinem Treffer ins von Mayer verlassene Gehäuse alles klar.

Nach der durchzogenen Leistung gibt sich Crawford dennoch zufrieden mit der Leistung: „Wir haben sicherlich nicht den besten Abend eingezogen. Am Ende provozierten wir aber mehr gefährliche Aktionen als unsere Gegner.»