Fussball
Zivko Cajic ist beim FC Dietikon vom Wasserträger zum Leader gereift

Der Interregio-Klub FC Dietikon bestreitet am Samstag gegen Muttenz seine letzte Heimrundenpartie in diesem Jahr. Mit dabei Zivko Cajic, der Topskorer des überragend auftretenden Leaders.

Raphael Biermayr
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Zivko Cajic hat in der laufenden Saison in der 2. Liga interregional bereits zehn Tore erzielt.

Zivko Cajic hat in der laufenden Saison in der 2. Liga interregional bereits zehn Tore erzielt.

Raphael Biermayr

Man vergisst gern, wie jung Zivko Cajic ist. Die 1,95 Meter Länge und der überaus anständige Bartwuchs wollen nicht recht zu den 22 Jahren passen, die er zählt. Auch sein Verhalten auf dem Platz lässt nicht unbedingt auf sein Alter schliessen:Der Urdorfer ist in seinem vierten Jahr fordernd geworden und übernimmt Verantwortung: als Torschütze, als Vorbereiter, als Angelpunkt im Umschalten von Defensive auf Offensive.

Am Samstag gegen Muttenz (16 Uhr, Dornau) will er im letzten Heimspiel der Vorrunde in der 2. Liga interregional seinen Teil dazu beitragen, dass die Serie von acht gewonnenen Matches in Serie ausgebaut wird. Cajic hebt pflichtbewusst den Mahnfinger und sagt: «Wir werden den Gegner nicht unterschätzen.»

Auf und neben Platz eine Persönlichkeit

In seiner Zeit im FCD hat er sich vom Wasserträger zu einer Teamstütze entwickelt. Auf und neben dem Platz, wie er kürzlich unter Beweis stellte. Mit den gestandenen Ex-Profis Naim Haziri und Samir Kozarac zeichnete der Betriebsökonomie-Student für die Organisation des 150er-Spiels verantwortlich, einer Art Lotterie. Mit dem Erlös will die Mannschaft das Trainingslager in Spanien mitfinanzieren. «Wir haben das vorgesehene Ziel erreicht», sagt Cajic. Gemäss Trainer Goran Ivelj seien über 11 000 Franken zusammengekommen, der Reise stehe nichts mehr im Weg.

Cajic ist einer von nur noch drei Akteuren, die schon im Frühjahr 2011 im Kader waren, als der Aufstieg gelang. Die hohe technische Fertigkeit und das grosse Spielverständnis des ehemaligen YF-Juventus-Juniors wurden bald augenscheinlich. Ebenso aber auch die körperlichen Defizite: Der Schlaks war langsam und unbeweglich. In 1-gegen-1-Situationen fehlte ihm das Durchsetzungsvermögen. Das kontrastiert stark mit dem Bild, das er heute abgibt. «Heute nehme ich den Fussball ernster und bin fitter als in der Anfangszeit – das merkt man auch auf dem Platz», erklärt der aktuell zehnfache Meisterschaftstorschütze Cajic.

Iveljs Erziehungsmassnahmen

Nach Ansicht von Goran Ivelj habe die Entwicklung vor allem im Kopf stattgefunden. Vor drei Jahren habe Cajic «vor allem sich selbst» gesehen, jetzt sei er ein Teamplayer. «Ausserdem schaut er zu seinem Körper. Am Anfang war er alle paar Wochen verletzt. Ich musste ihn ein-, zweimal sogar vom Training wegschicken, damit er sich tapt. Mittlerweile hat er den Grund dafür erkannt.» Zum Spiel des Stürmers gehört auch, dass er sich schnell fallen lässt. Eine Eigenschaft, die von manchen Schiedsrichtern nicht honoriert wird. Sein Trainer nimmt ihn in Schutz: «Zivko muss sehr viel einstecken, gerade, weil er gross ist und seinen Körper gut einsetzt. Die zweite gelbe Karte gegen Dornach wegen einer angeblichen Schwalbe war lächerlich.»

Wechsel ausgeschlossen, ausser...

Cajic fehlte in der laufenden Spielzeit in insgesamt drei Matches (eines im Cup). Dass der FCD auch ohne seinen besten Torschützen gut zurande kommt, zeigt die Tatsache, dass er besagte Spiele gewann und dabei elf Tore erzielte. Cajic leitet daraus die Stärke der aktuellen Dietiker Ausgabe ab: «Letzte Saison waren wir individuell besser besetzt, jetzt haben wir das bessere Kollektiv.» Das behagt dem Hünen, dessen Bruder Aleksandar für den Drittligisten Urdorf spielt. Ein Wechsel komme für ihn nicht infrage – «ausser, der FC Zürich würde sich melden», sagt er und lacht. Das Wichtigste sei, mit den Dietikern im zweiten Anlauf den Aufstieg zu packen. Cajic kann morgen seinen Beitrag leisten, diesem Ziel einen Schritt näher zu sein.LiZ-Tipp: 3:0