Das Angenehme an der Umstellung von der Sommer- auf die Winterzeit ist die Tatsache, dass man jeweils eine Stunde länger schlafen darf. Gestern war es wieder einmal soweit, die Uhren wurden zurückgestellt. Nur schienen die Oetwiler da etwas falsch verstanden zu haben. Als Ref Musa die Partie anpfiff, schliefen sie immer noch den Schlaf der Gerechten. Konsequenz: Nach 180 Sekunden lag Kosova bereits in Führung. Kqira brauchte eine Flanke von Shahini nur noch am verdutzten FCOG-Hüter Fux vorbei einzunicken. Sekunden zuvor verzog Kqira seinen Schuss noch knapp.

«Wir waren in der Startphase nicht präsent, nahmen keine Zweikämpfe an», ärgerte sich Oetwils-Trainer Roger Balmer nach dem Schlusspfiff. Erst nach 20 Minuten kamen die Hausherren einigermassen ins Spiel. Und drehten die Partie. Erst traf Niederhäuser nur die Latte (34.), nach 38 Minuten schloss Pereira einen mustergültigen Konter zum 1:1 ab und eine Minute vor dem Seitenwechsel düpierte Geiger Kosova-Goalie Ladjimi zur 2:1-Führung.

Rudelbildungen nach dem 2:1

Oetwils zweites Tor verdauten nicht alle Kosova-Akteure gleich gut. Zu ersten Rudelbildungen kam es schon auf dem Platz, der Gang in die Kabinen bei Halbzeit wurde zu einer besonders gehässigen Angelegenheit. «Kein Problem für mich, da habe ich schon andere Sachen erlebt», beschwichtigte Ref Skender Musa und genehmigte sich einen Schluck Pausentee.

In den zweiten 45 Minuten bekamen die Zuschauer eine kampfbetonte Partie zu sehen. Und einen FC Oetwil-Geroldswil, der die Partie mit allen Mitteln entscheiden wollte. Mutig spielten Pereira, Steuble und Co. nach vorne. Und kreierten beste Chancen. Geiger (51., Pfostenschuss) und Huxley (53., kläglich vergebener Penalty) hätten die Partie gegen die Stimmungsmannschaft Kosova vorentscheiden können.

So aber blieben die aggressiven Gäste dran. Und witterten ihrerseits die Chance, auch im dritten Spiel der Saison gegen einen Limmattaler Klub zu punkten. Dass der Ausgleich noch fallen würde, zeichnete sich in der Schlussphase mit jeder gespielten Minute deutlicher ab. Die Oetwiler zogen sich zurück, überliessen den Gästen die Intiative – und rauften sich nach 88 Minuten die Haare: Joker Jasari traf zum 2:2.

«Das Resultat geht in Ordnung»

Oetwils Trainer Roger Balmer machte nach Spielschluss selbstredend einen nicht sonderlich zufriedenen Eindruck. «Wir haben uns schwer getan. Es gibt so Spiele. Aber: wir haben nicht verloren.» Das Unentschieden gehe schon in Ordnung.

Trotz des ärgerlichen Punkteverlusts durften sich die Oetwiler gestern nicht nur am herrlichen Herbstwetter freuen. Sie sind in dieser Saison der erste Limmattaler Vertreter, der gegen Kosova II nicht verliert. Birmensdorf (0:3) und Engstringen (0:2) brachten bei ihren Versuchen nicht einmal einen Treffer zustande. Apropos Engstringen: dank des überraschenden 3:1-Siegs gestern beim Tabellenzweiten Croatia ist den Oetwilern der Titel des «Wintermeisters» nicht mehr zu nehmen.