Eishockey
Wieder auf der grossen Bühne: Alea Erb gibt bei den «Löwinnen» Vollgas

Die ZSC-Frauen kämpfen in Bad Tölz um ihre dritte Finalturnierqualifikation in Folge. Die 21-jährige Alea Erb vom Partnerteam GCK Lions will ihren Teil dazu beitragen.

Raphael Biermayr
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Alea Erb (untere Reihe, ganz links) spielt vier Jahre nach der U18-WM wieder international.

Alea Erb (untere Reihe, ganz links) spielt vier Jahre nach der U18-WM wieder international.

Melanie Duchene

n Das Ziel heisst Finalturnier

Die ZSC-Frauen treffen vom kommenden Freitag bis Sonntag in Bad Tölz auf Titelverteidiger Tornado Moskau sowie die Qualifikanten Planegg (De) und Hvidovre (Dän). Die besten zwei Teams dieser Viererpoule nehmen am Finalturnier im März teil. Moskau gewann die letzten zwei Austragungen und ist Favorit, die Zürcherinnen werden wohl mit den Deutschen um den zweiten Platz kämpfen. «Es wird hart wie nie», sagt ZSC-Trainerin Daniela Diaz zur Ausgangslage. Die Zugerin mussten nach der vergangenen Spielzeit die Abgänge einiger Leistungsträgerinnen verkraften und baut ein neues Team auf. Unter der Ägide der Treuhänderin gewann das Team 2012 Silber und wurde 2013 Vierter.
Zum Staff gehören auch Röbi und Karin Erb, die Eltern der heuer aufgebotenen Alea Erb (siehe Hauptartikel). Für Diaz und die in der Schweizer Meisterschaft kaum geforderten «Löwinnen» - nur Lugano vermag mitzuhalten - ist der Europacup die Herausforderung der Saison. «Der Reiz ist gross, jede Entscheidung wiegt schwerer», erklärt Diaz. Für ihre Motivation sei sie jedoch nicht auf diesen Höhepunkt angewiesen. Die fordernde Ex-Nationalspielerin schreckt auch nicht davor zurück, die Spielerinnen nach einem gewonnenen Match zum Straftraining aufzubieten, wie es in der laufenden Spielzeit schon der Fall war: Die Mannschaft hatte die taktischen Vorgaben von Diaz nicht umgesetzt. (bier)

Wunsch nach Verantwortung

«Nachdem ich bei Reinach nicht mehr gespielt hatte, wollte ich zu einem Team wechseln, wo ich Verantwortung übernehmen kann», erklärt der 1,52 Meter grosse Powerflügel, der seinen Lebensmittelpunkt der Liebe wegen nach Winterthur verlegt hat. Die Chance, sich auf höchstem Vereinsniveau zu präsentieren, habe sie überrascht.

Die Gründe dafür sieht die bescheidene Limmattalerin weniger in ihren Leistungen, als in ihrer Bereitschaft, bei Personalengpässen im A-Team einzuspringen sowie von Verletzungsausfällen zu profitieren.

ZSC-Trainerin Daniela Diaz erwähnte diese Aspekte ebenfalls, streicht aber auch die Entwicklung Erbs heraus. «Sie hat gut gearbeitet und sich weiterentwickelt. Ihr Einsatz stimmt immer.» Gerade an einem Turnier nicht weniger wichtig sind die sozialen Skills der Malerin: Erb akzeptiert nicht nur klaglos, wenn sie nicht eingesetzt wird, sie motiviert ihre Teamkolleginnen lautstark auf der Bank. «Das ist meine Art», erklärt die Teamplayerin.

Komfortzone nicht ganz verlassen

Als Chance auf eine Neulancierung ihrer Karriere sieht Erb das Aufgebot nicht. «Ich geniesse es, wie es kommt», sagt sie zunächst. Im weiteren Gespräch wird klar: Sie will die Komfortzone doch nicht ganz verlassen. «Es gefällt mir im B, ich bin Captain der Mannschaft.»

Das letzte Wort sei in dieser Angelegenheit aber noch nicht gesprochen, Erb sitze noch mit Trainerin Diaz zusammen. Diese sagt, das Aufgebot für das Halbfinalturnier sei nicht dazu da, Erb «zu kitzeln», sondern als Dank für deren Bereitschaft und Loyalität zu werten.

Das ist keine schlechte Art, Dankbarkeit zu zeigen.