Gigathlon
Wie Linda Spirig den Gigathlon alleine absolvieren will

Vom 10. bis 12. Juli findet rund um Aarau der Gigathlon statt. Linda Spirig wird die Disziplinen Rennrad, Mountainbike, Schwimmen, Inline und Laufen zum ersten Mal als Einzelstarterin bestreiten.

Mira Güntert
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Linda Spirig startet am Gigathlon 2015 erstmals als «Single Woman».

Linda Spirig startet am Gigathlon 2015 erstmals als «Single Woman».

Mira Güntert

Ganz weit weg von den grossen Bühnen dieser Welt, fernab jeglichen Medienrummels, unerkannt von aufdringlichen Paparazzi. So unauffällig lebt die Spitzensportlerin Linda Spirig in Dietikon. Und der Titel Spitzensportlerin ist nicht übertrieben: Aktuell trainiert die 39-Jährige, die nicht mit der Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig verwandt ist, 20 Stunden pro Woche. Einem Fussballprofi kann sie damit locker das Wasser reichen.

Trotz dieses Aufwands verdient sich die gebürtige Winterthurerin als Sekretärin in einer Physiotherapie ihre Brötchen. «Durch meine Erfahrung habe ich es langsam im Griff, Arbeiten und Training so zu planen, dass alles unter einen Hut passt. Trotzdem bleibt bei einem 90-prozentigen Arbeitspensum natürlich nicht viel Zeit für anderes. Mein Fernseher zum Beispiel ist schon seit Wochen ausgeschaltet.»

Die Abenteuerlust und die vielen Emotionen – das nahe Beisammensein von Freud und Leid – treibe Spirig immer wieder an, weiterzumachen. Sie freue sich auch immer wieder auf ihre Freunde. «Die Gigathleten sind eine grosse Familie. Im Lauf der Jahre lernt man viele Leute kennen. Während des Wettkampfs motivieren wir uns gegenseitig. Durch den Sport haben sich tolle Freundschaften entwickelt.»

Immer kleineres Team

Mittlerweile ist der Gigathlon für Spirig eine Leidenschaft geworden. Angefangen hat alles, als sie vor über zehn Jahren in einem Triathlon-Trainingslager war. Dort lernte sie einen Gigathleten kennen, der sie kurz nach dem Lager anrief und fragte, ob sie in seinem Team dabei sein wolle.

In der fünfköpfigen Mannschaft, in der jedes Mitglied eine Disziplin übernimmt, sei kurzfristig jemand ausgefallen. Anfangs zögerte Spirig noch ein wenig, musste sie doch eine ganze Woche Ferien für den Spass hergeben. Es habe sich aber gelohnt: «Es hat mir sofort den Ärmel reingenommen.»

Viele Jahre sind seit ihrem ersten Gigathlon vergangen. Zuerst in einem Fünfer-Team, dann als Paar und dieses Jahr zum ersten Mal in der Kategorie «Single Woman». Die neue Herausforderung verlangt Spirig viel ab. Freude am Sport müsse vorhanden sein. Wenn man den Wettkampf und die Natur nicht geniessen könne, sei man fehl am Platz.

Keine Langeweile

Aktuell laufen die letzten Vorbereitungen. Spirig muss sich mit ihren Supportern absprechen, wann und wo sie an den Wettkampftagen mit Material und Verpflegung bereitstehen sollen. Spirig sei froh, wenn der ganze Trubel vorbei ist. Dann wird sie ihre Trainingseinheiten etwas reduzieren. Langweilig wird der sportlichen Frohnatur aber nicht werden. Sie wird die Zeit nutzen, um mit ihrem Gottimeitli in die Badi zu gehen und mit ihren Freunden bei einem gemütlichen Znacht anzustossen.

Allzu lange wird die 39-Jährige aber nicht im Ruhepuls leben. Denn neben dem Schweizer Gigathlon bestreitet sie auch Lang- und Kurzstrecken-Triathlons im Ausland und nimmt an nationalen Strassenvelorennen teil. «Solange ich gesund und unfallfrei weitertrainieren kann, wird der Gigathlon ein Teil meines Lebens bleiben.»