Eishockey
Wenn Resultate und Tabellen in den Hintergrund rücken

Am vergangenen Sonntag trafen sich die «Piccolos» zum traditionellen Abschlussturnier in Urdorf. Ziel dieses Anlasses war, die Freude am Sport zu vermitteln – vom Leistungsdruck fehlte jede Spur.

Calvin Stettler
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Beim Urdorfer Team überwiegt die Freude.

Beim Urdorfer Team überwiegt die Freude.

Calvin Stettler

Die Urdorfer Weihermatt war in der vergangenen Spielzeit ja nicht wirklich der Schauplatz, der für überschwängliche Glücksgefühle sorgte. Sowohl die 2.Liga-Equipe wie auch die 4. Liga-Mannschaft des EHC Urdorf waren nach der Qualifikation unfreiwilliger Träger der roten Laterne. Diese Tristesse. Dieser Leistungsdruck. Von all dem war vergangenen Sonntag hingegen rein gar nichts zu spüren, denn die Nachwuchsabteilung des EHC Urdorf bat zum gut besetzen Abschlussturnier. Überregionale Vertreter entsendeten jeweils ihre «Piccolos» – also Nachwuchshoffnungen mit den Jahrgängen 2003 respektive 2004.

Siegen ist nicht alles

Die Stimmung ausgelassen. Die Eltern stolz. Und die jungen Schützlinge glücklich. Für Jörg Benz, Turnierverantwortlicher und Mitbetreuer der Urdorfer «Piccolos», gab es nur einen Punkt, den dieser Nachmittag erfüllen sollte: «Das wichtigste ist die Freude am Spiel.» Und diese war omnipräsent. Ein Beispiel: Für die Limmattaler «Jungstiere» setzte es bis zum letzten Rangierungsspiel nur Niederlagen ab. Aufkommende Tristesse? Fehl am Platz. Zu schnell vergass man die Ergebnisse und freute sich, dass man bald wieder mit Herzblut der Scheibe hinterher jagen konnte. Die Urdorfer gewannen ihr Platzierungsspiel letztendlich hoch überlegen und wurden Neunter. Das Resultat war an diesem sonnigen Nachmittag aber stets zweitrangig. So will es übrigens auch der Verband. In einem offiziellen Schreiben wurde bekräftigt, dass auf dieser Stufe Resultate und Ranglisten Nebensache sein müssen. Diese Nebensache wird sich in den kommenden Jahren allerdings zum knallharten Gradmesser entwickeln. Dann fragt man sich automatisch, ob es den einer dieser Nachwuchsspieler auch tatsächlich einmal in die National League A schaffen wird? Laut Jörg Benz werden sich von diesen 120 motivierten Nachwuchshoffnungen möglicherweise ein bis zwei Spieler in der NLA durchsetzen. «Die Spitze nach oben wird natürlich eng. Zudem spielen viele Faktoren eine Rolle. Dies sind beispielsweise die physische Entwicklung, die Gesundheit und die Intelligenz.» Folglich kann man heute auch noch nicht sagen, welcher Knirps einst in die Fussstampfen von Mathias Seger und Co. treten wird.

Andere Probleme

Die jungen Wilden kämpfen aber zuerst einmal mit Problemen wie offene Schnürsenkel oder unbequeme Schlittschuhe. «Wir nehmen dabei auch eine Vaterrolle ein», so Benz. Und was gibt es für einen Vater bzw. Trainer schöneres als strahlende Gesichter wie beim diesjährigen Tagessieger aus Chur?

«Für über die Hälfte des Teams war das heute die erste Finalteilnahme», erklärte der Bündner Coach Toni Enzler überglücklich. Der Teilnahmepokal war dann aber für jeden Spieler identisch. Denn die Rangliste ist ja bekanntlich reine Nebensache.