Das Saisonziel der Schlieremerinnen ist konkret: Sie wollen die Aufstiegsspiele erreichen. Dass die schon letzte Saison auf dem Plan standen, ist Trainer Robert Tonic bewusst: «Nach einer gelungenen Vorrunde verletzten sich vier Stammspielerinnen. Wir mussten uns mit dem fünften Rang zufriedengeben.»

Ein kleiner Trost blieb: Mit sechs Siegen in sieben Spielen gewannen die Schlieremerinnen die Abstiegsrunde, machten spielerisch einen grossen Schritt vorwärts und sind sich jetzt erst recht bewusst: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Für das Erreichen des Traums von der NLA haben die Spielerinnen vor drei Wochen das Training wieder aufgenommen. Auf den ersten Blick fällt auf: Im Kader hat sich etwas getan.

Neben sechs Abgängen, darunter Romana Trajkovska, die eine Liga höher für den FC Luzern auflaufen wird, wurde das Kader durch fünf neue Kräfte aufgestockt. Mit Annina Eigenmann (FC Rapperswil-Jona) und Sandra Schürmann (FC Luzern) haben zwei von ihnen letzte Saison in der obersten Liga gekickt.

In der Saison 2014/2015 war auch der FC Rapperswil-Jona noch in der Nati A. Obwohl das Team den Abstieg hinnehmen musste, trägt es einen grossen Namen im schweizerischen Frauenfussball. Genau da will Schlieren ansetzen. «Dass wir im Schatten von GC oder dem FCZ stehen, können wir kaum beeinflussen. Eher müssen wir schauen, dass wir vor dem FCRJ die dritte Position hinter den Grossklubs der Region einnehmen können», sagt Tonic.

U-Teams sind wieder das Ziel

Dank des Engagements von Juniorinnentrainer Daniel Kneubühl sollen sich in den nächsten Jahren rund 100 Juniorinnen zum Verein gehören. Vorgesehen sind U-Mannschaften, die den jungen Spielerinnen eine noch bessere fussballerische Ausbildung bieten sollen. Damit hat der Verein ein lang gehegten Plan wieder aus der Schublade genommen.

Die Arbeit von Robert Tonic in der ersten Mannschaft wird geschätzt. Vor einem Jahr kam er als absoluter Neueinsteiger zum Frauenfussball. Sein erstes Jahr schätzt er als sehr lehrreich ein, doch ein Experte sei er noch keiner: «Zeit und Geduld sind jetzt wichtig. Ebenso führen wir viele Gespräche. Das macht uns als Team stärker.»

Das sehen auch seine Mädels so. Tonic musste geradezu bleiben: Gemeinsam seien die Spielerinnen vor den Sportchef und den Vorstand getreten, um um den Verbleib des zweifachen Vaters zu bitten. «Ich bekam so viele positive Feedbacks. Das war ein tolles Gefühl.»

Er führt seinen Trainerjob mit Leib und Seele aus. Auch wenn von männlichen Kollegen dumme Sprüche kommen oder er ausgelacht wird, wenn er auf der Suche nach einem Assistenztrainer ist, steht Tonic zu seiner Truppe. «Viele Männer pläuschlen in einer unteren Liga und bezeichnen sich als Fussballer, den Frauenfussball belächeln sie aber. Den ganzen Aufwand, der sich finanziell überhaupt nicht lohnt, sehen sie nicht.»

Um den Frauenfussball attraktiver zu machen, helfe es nur, sich auf dem Platz in ein gutes Licht zu rücken. Und genau das wollen die Limmattalerinnen ab morgen wieder tun. Um 13 Uhr starten sie auf dem heimischen Zelgli gegen die U21-Frauen des FC Zürich in die neue Saison.