Urdorfs Cheftrainer Dani Hüni holte sich für diese Partie Unterstützung in der Person von Peter Weber. Der erfolgreiche Nachwuchstrainer des EV Zug sollte einen Blick von aussen auf die Mannschaft geben. Ohne es zu wissen, traf er den Nagel bereits in seiner Ansprache vor dem Match auf den Kopf. In der Eishockey-Trainer-typischen Bildsprache sagte er zum Team: «Man muss ein Feuer machen, um einen Cervelat bräteln zu können - ein kalter Cervelat schmeckt nicht.»

Das Feuer ist nie entfacht worden

Dieses Bild lässt sich auf die gesamte Spielzeit anwenden. Der Esprit der Aufstiegssaison 2012/13 war verschwunden. Das Feuer kam nie auf, das eine Mannschaft tragen und Defizite kaschieren kann. Das Feuer, das dem EHCU in der vergangenen Spielzeit einen Grossteil der 8 Siege und 24 Punkte eingebracht hatte.

Der eigene Erfolg schürte hohe Erwartungen innerhalb des Teams. Als sich dann aber Niederlage an Niederlage reihte, wuchs die Verunsicherung. Die Gründe für die offensive Harmlosigkeit sind bis heute rätselhaft geblieben. Die gewichtigen Verletzungen reichen als Erklärung nicht aus. Die Abschlussschwäche ist so eklatant, dass die verbesserte Defensivleistung hinfällig ist. Im Vergleich zur Vorsaison hat Urdorf 17 Tore weniger erzielt.

Hünis Botschaft kommt nicht mehr an

Im November unterlagen die Limmattaler in einer Serie von vier Heimspielen dreimal nach Verlängerung oder Penaltyschiessen. Jede einzelne Pleite war wie ein Klaps an den Hinterkopf: Zu Beginn ist man wütend, aber in Anbetracht der Machtlosigkeit stumpft man irgendwann ab. Trainer Dani Hüni ist es nicht mehr gelungen, das Team zu motivieren.

Seine an Ralph Krueger gemahnende Botschaft, jeder Niederlage etwas Positives abzugewinnen, kommt bei den Spielern nicht mehr an. Die Mannschaft, die ihn 2010 selbst verpflichtet hat, glaubt ihm nicht mehr vorbehaltlos. Die Spieler zweifeln an Hünis Worten, weil sie an sich selbst zweifeln. Nach eigener Aussage - andere Stimmen sprechen von einem Wunsch des Teams - hat Hüni vor einigen Wochen selbst angeregt, mit Co-Trainer Thomas Heldner die Verantwortlichkeiten zu tauschen.

Doch der Ex-Nationalspieler ist beruflich zu stark vereinnahmt, als dass er das Pensum erhöhen könnte. Letztlich haben sich Hüni und Sportchef Ruedi Haas darauf geeinigt, die Saison gemeinsam zu Ende zu bringen. Dann wird Hüni ohnehin zurücktreten. Haas will die Spieler in die Pflicht nehmen. Ausserdem würde ein Trainerwechsel zum jetzigen Zeitpunkt den sensiblen Kern des Teams wohl eher zusätzlich verunsichern denn stärken.

Der Abstieg wäre ein Rückschlag

Urdorf ist in der Abstiegsrunde (deren Spielplan abhängig ist von den Ergebnissen der letzten Runde) Aussenseiter. Denn sowohl St. Gallen als auch Rapperswil-Jona aus der Gruppe 2 können sich seit Wochen mental darauf vorbereiten; Verzascatal aus derselben Gruppe hat als Aufsteiger nichts zu verlieren und hat Urdorf zweimal bezwungen. Für den EHCU hingegen wäre der Abstieg ein herber Dämpfer.

Einerseits vor dem Hintergrund einer endlich bewerkstelligten Zusammenarbeit mit den Limmattal Wings, die damit überflüssig wäre. Andererseits vor dem Hintergrund einer reizvollen Perspektive für die Abgänger der mühsam aufgebauten durchgehenden Juniorenabteilung. Die Aussenseiterrolle ist die grosse Chance des EHCU. Denn die wenigen Funken, die während der letzten Monate wenigstens ein Feuer angedeutet haben, sind unter dieser Voraussetzung entstanden: die vier Punkte aus den Matches gegen die Playoff-Teams aus Dürnten und Effretikon.