Die Chancen sind gross, dass im kommenden Sommer erneut ein Limmattaler Team in die 2. Liga aufsteigen wird, ein Jahr nach dem FC Schlieren. Oetwil-Geroldswil überwintert nach der Vorrunde als Tabellenführer, Birmensdorf auf Rang vier. In Anbetracht der Reglementlage ist der FCB gar erster Verfolger des Lokalrivalen. Denn sowohl das zweitplatzierte Morava als auch das drittplatzierte Croatia dürften nicht promovieren. Grund: Sie stellen in der laufenden Saison keine Nachwuchsmannschaften.

Entscheidende Reglementänderung

Das Reglement des Zürcher Fussballverbands (FVRZ) verlangt mindestens ein D- und ein C-Juniorenteam. Das war bis vor kurzem anders. Früher konnte ein Verein auch erst nach dem Aufstieg die gewünschten Juniorenteams melden. Das führte entweder zu Allianzen mit anderen Klubs, die manchmal nur dem Schein nach existierten, oder zum Handel ganzer Juniorenequipen, die nach dem Abstieg oft ihrem Schicksal überlassen wurden. In der Saison 2003/04 war es mit Croatia sogar ein aktuell involvierter Verein, der kurzerhand für Nachwuchs sorgen musste.

Wenn also Morava und/oder Croatia am Ende der laufenden Saison an der Spitze stünden, würden sie nicht aufstiegsberechtigt sein. Rückt gegebenenfalls sogar der Drittplatzierte nach?
Das steht nicht explizit im Reglement. Recherchen haben ergeben, dass das der Fall wäre. Als Viertplatzierter hätte man allerdings Pech.

Das Aufstiegsrennen läuft also auf einen Zweikampf zwischen Oetwil-Geroldswil und Birmensdorf hinaus. Der FCB scheiterte zuletzt trotz einer grossen Saison an Schlieren im Aufstiegsrennen und liegt bei Halbzeit der laufenden Spielzeit sechs Zähler hinter dem FCOG. Der bezwang den FCB im ersten Aufeinandertreffen trotz eines Platzverweises mit 2:1. Der zweite Vergleich findet am 19. April in Birmensdorf statt.

Zwei Abgänge in Geroldswil

Der Leader und letzte Limmattaler Vertreter im Regionalcup sieht dem Winter gelassen entgegen, was Transferaktivitäten angeht. Trainer Roger Balmer hat Anfragen von Spielern für Probetrainings abgeblockt bis im Frühling. Denn erst am 6. Februar nimmt der FCOG den Trainingsbetrieb wieder auf. Nicht mehr dabei sein werden dannzumal Ardit Sulejmani und Mario Stanic.

Die beiden Ergänzungsspieler konzentrieren sich stärker auf ihre Ausbildung. Sportliche Abgänge gebe es zum jetzigen Zeitpunkt keine. Mehr Veränderungen dürfte es in Birmensdorf geben. Trainer Fabio Stiz vermisste in der Vorrunde die Winnermentalität, die sein Team in der vorangegangenen Saison ausgezeichnet hatte. Irritiert hat ihn vor allem die Tatsache, dass die Auftritte in Trainings und Spielen enorm divergierten.

«Die Trainings waren fantastisch, viel besser als in der Vorsaison. Aber im Gegensatz dazu war auf dem Platz häufig nicht diese besondere Leidenschaft zu spüren.» Sinnigerweise hat der Coach einzig im Regionalcupspiel gegen Schlieren (1:3 nach Penaltys) über die gesamten 90 Minuten eine engagierte Leistung gesehen. Stiz bestätigt, dass es «Aktivitäten» im Kader geben werde, momentan sei aber noch nichts spruchreif.

Ein Gedankenspiel mit Brisanz: Der FCB könnte vom Überangebot an Spielern in Schlieren profitieren. Dort sind einige Akteure mit geringen Einsatzzeiten naturgemäss unzufrieden.