Beachsoccer
Weltenbummler Dejan Stankovic: Geboren für den Schönwetter-Fussball

Brasilien, Russland, Dubai oder Italien – Dejan Stankovic reist für seine Leidenschaft jährlich um den Erdball. Seit seiner Wahl zum weltbesten Beachsoccer-Spieler 2009 blieb beim 28-Jährigen kein Stein mehr auf dem anderen.

Jonas Burch
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Dejan Stankovic

Dejan Stankovic

KEYSTONE
Reiseplan 2013 von Dejan Stankovic.

Reiseplan 2013 von Dejan Stankovic.

Barbara Adank

Mehr als 100 000 Reise-Kilometer hat Dejan Stankovic allein im letzten Jahr hinter sich gebracht. Das entspricht in etwa 2900 Fahrten von Aarau nach Zürich, oder drei Weltumrundungen. Mit so viel Flugmeilen erinnert der Aargauer schon fast an George Clooney im Hollywood-Film «Up in the air». Stankovic selbst nimmt die Reiserei gelassen und sagt lächelnd: «Dieses Jahr wird sogar noch intensiver.» Seit 2009 gehört dieser Lebensstil zum Alltag. Nach der Kür zum besten Beachsoccer-Spieler der Welt wurde Stankovic mit Angeboten und Show-Auftritten regelrecht überhäuft. «Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, diesen Traum leben zu können. Ich hätte nie gedacht, dass mich mittlerweile die Leute an der Copacabana in Rio de Janeiro erkennen», sagt Stankovic.

Tanz auf mehreren Hochzeiten

Der Schweizer mit serbischen Wurzeln tanzt während einer Beachsoccer-Saison (jeweils von April bis September) auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig. Bei GC – deren Beachsoccer-Klub erst 2011 gegründet wurde – fungiert er als Spielertrainer und führte die Mannschaft gleich in der ersten Saison zum Meistertitel. «Das Team ist jung und dynamisch. Nun gilt es, dieses Potenzial auch Schritt für Schritt auszuschöpfen», gibt Stankovic die Richtung vor. So «nebenbei» misst sich der Sandkönig zwischen Juni und Juli mit Lokomotive Moskau in der russischen Liga. «Mittlerweile spielt die ganze Welt-Elite in Russland. Es wurde enorm investiert, einen entsprechend hohen Status geniesst die Liga beim russischen Volk», weiss der Goalgetter. Ausserdem geht er – ebenfalls zu dieser Zeit – für Catania in der italienischen Meisterschaft auf Torejagd. Drei Verpflichtungen in drei Ländern. Für den Vize-Weltmeister von 2009 allein eine Frage der Organisation. «So lässt sich alles problemlos unter einen Hut bekommen. Jedenfalls mehr oder weniger.

Nationalteam ans Herz gewachsen

Russland und Italien hin oder her – am meisten ins Schwärmen gerät Stankovic bei der Schweizer Nationalmannschaft. Für ihn eine absolute Herzensangelegenheit. Mittlerweile hat sich die Nati unter Stankovic in der Top 5 der Welt etabliert. In diesem Jahr gilt der Fokus auf die WM-Qualifikation für 2015. «Die Chancen stehen gut. Unser Teamgeist ist unsere ganz grosse Stärke. Wir werden weltweit sehr respektiert», sagt er.

Auch wenn Stankovic fast wöchentlich auf Achse ist, sieht er sich nur als Halb-Profi. Neben dem Beachsoccer-Rummel arbeitet er noch immer zu 50 Prozent in einem Ingenieur-Büro in Dübendorf – bis zum Jahr 2009 waren es an selber Stelle noch 80 Prozent. Vor allem während der spielfreien Phase zwischen Oktober und März kommt der finanzielle «Zustupf» genau zur richtigen Zeit.

Ausgleich auf dem Rasen

Ohnehin ist Stankovic seinen Wurzeln in all den Jahren stets treu geblieben. Neben dem Sand-Spektakel spielt er auch – wann immer möglich – auf dem Rasen beim 4.-Ligisten Mladost Aarau. «Ich bin ein Verrückter, ohne Fussball kann ich schlicht und einfach nicht sein. Ausserdem gefällt mir bei Mladost dieses bescheidene und einfache. So habe ich damals angefangen.» Auch wenn Stankovic in diesem Jahr wieder dutzende Male in alle Himmelsrichtungen abheben wird, ist er dennoch immer auf dem Boden geblieben.

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