Fussball
Welcher Drittligist im Limmattal das Sagen hat – die Bilanz

Seit dem Wiederaufstieg des FC Engstringen 2010 spielten stets dieselben vier Teams in der Gruppe 2 der 3. Liga. Schlieren ist in der Derby-Bilanz die klare Nummer eins. In der Analyse wird klar, dass auch die anderen Teams Bestmarken innehaben.

Raphael Biermayr
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Oetwil-Geroldswil (Brandenberger, links) musste Engstringen (Theiler) letztlich nie den Vortritt lassen.

Oetwil-Geroldswil (Brandenberger, links) musste Engstringen (Theiler) letztlich nie den Vortritt lassen.

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Die Limmattaler Derbys haben auf den ersten Blick keine eigenen Gesetze: Wer am Saisonende oben steht in der Tabelle, ist auch im Lokalvergleich ganz vorn. Aus den jeweils 18 Derbys seit Engstringens Wiederaufstieg im Jahr 2010 holte Schlieren 39 von 54 Punkten.

Birmensdorf folgt mit 29 Zählern, Engstringen (17) und Oetwil-Geroldswil (16) liegen fast gleichauf. Die perfekte Saison gelang keinem Team. Der FCS war 2010/11 mit nur einem Remis nah dran. Am weitesten davon entfernt war der FCE eine Spielzeit später: Nur gegen Schlieren gab es Punkte, dafür aber deren drei.

Ein Kunststück, das das Team in der vergangenen Saison wiederholte – und damit der lokale Angstgegner Schlierens gewesen ist. Nur der Brunewiis-Elf gelangen zwei Siege.

Besonders deprimierend ist die Affiche gegen den Dauer-Aufstiegsfavoriten für den FCOG. Aus sechs Begegnungen resultierten null Punkte. Auch gegen Birmensdorf ging man meistens als Verlierer vom Platz, holte nur gerade zwei Zähler.

Assistenztrainer Andi Wettstein wusste schon, warum er in der vorletzten Saison gegenüber dieser Zeitung den früheren Vereinspräsidenten Patrick Schaffter zitierte: «Du kannst gegen alle verlieren – nur Engstringen musst du einfach schlagen.» Dem erklärten Lieblings-Derby-Gegner unterlag Oetwil nie.

Nachfolgend weitere Fakten (alle finden Sie in der gedruckten Ausgabe vom 4. August):

Spektakelmacher: In Matches mit dem FCOG fallen am meisten Treffer - fast fünf im Schnitt. Legendär waren zwei der torreichsten Begegnungen: das 0:8 (letzter Spieltag 2011/12) und das 2:6 (letzter Vorrundenspieltag 2012/13) gegen Schlieren.

In erstgenanntem Match erzielte Emanuele Preite sechs Treffer, wodurch er auf den letzten Drücker Limmattaler Topskorer wurde. In zweitgenannter Partie führte Oetwil-Geroldswil bis zur 44. Minute noch mit 2:0.

Heimmacht: Das Schlieremer Zelgli ist eine Trutzburg sondergleichen. Von 27 möglichen Zählern holte Schlieren 25. Nur Birmensdorf ging in den letzten drei Jahren nicht als Verlierer vom Platz (1:1 in der vergangenen Saison).

Ein Aspekt, auf den Ex-Trainer Beat Studer stets genüsslich hingewiesen hat - und eine Verpflichtung für den neuen Chef
Antonio Caputo.

Derby-Denkmäler: Ein einziger Akteur ist in allen 18 Matches seines Teams zum Einsatz gekommen – und das erst noch in der Startformation: Christian Geiger für Birmensdorf. Er versucht, in der Zukunft im FCOG weiter an seiner persönlichen Derbygeschichte zu schreiben. Nur ein Match verpasste Schlierens Emanuele Preite, auf 16 Einsätze kommt Engstringens Philipp Knecht.

In Geroldswil teilen sich Sandro Lutz und Mike Wettstein mit je 15 Einsätzen die interne Spitze. Die Derby-Erfahrung von Trainer Roger Balmer liegt schon etwas zurück: In der Saison 2005/06 bilanzierten der Captain und sein Team in der ersten 3.-Liga-Saison der Vereinsgeschichte gegen Urdorf, Birmensdorf, Schlieren und Dietikon II zwei Siege, ein Remis und fünf Niederlagen.