Fussball
Vor Cup-Knaller: Der FC Dietikon stellt sich hinter Naim Haziri

Dem FCD winkt am Samstag die Chance zur dritten Teilnahme am Schweizer Cup in Folge. Nach der fünf Spiele langen Sperre gegen Captain Naim Haziri war die Vorbereitung des Erstligisten auf diesen Höhepunkt irritiert.

Raphael Biermayr
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Naim Haziri (links, neben Materialwart Claudio Fumagalli) muss vorderhand mit der Zuschauerrolle vorliebnehmen.

Naim Haziri (links, neben Materialwart Claudio Fumagalli) muss vorderhand mit der Zuschauerrolle vorliebnehmen.

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Dietikons Captain Naim Haziri kommt mit einem blauen Auge davon. Trotz seiner gelb-roten Karte wegen Reklamierens sowie vier zusätzlichen Spielsperren wegen Schiedsrichterbeleidigung darf er weiterhin im Team bleiben.

Der Aufbauer erhält eine Geldstrafe aufgebrummt und ist «auf Bewährung», wie Präsident Thomi Roth sagt. «Nach Abwägen aller positiven und negativen Punkte sind wir zu diesem Entscheid gekommen», erklärt er.

Das kann als Überraschung gewertet werden in Anbetracht der Vorkommnisse in der Vorrunde. Damals wurde Samir Kozarac nach einer weiteren unnötigen gelb-roten Karte aus dem Verein ausgeschlossen, während Haziri für ein gleich zu wertendes Verhalten lediglich ebenfalls mit einer Geldstrafe belegt wurde. Kozaracs Rauswurf wollte der Dietiker Vorstand als Zeichen verstanden wissen, dass der FCD ernst macht bei disziplinarischen Verfehlungen.

Stellt sich die Frage, welches Zeichen der Verein im aktuellen Fall aussendet. Gilt, je wichtiger ein Spieler fürs Team, desto mehr kann er sich erlauben? «Nein, das kann man so nicht sagen. Das war wie erwähnt das Resultat der Abwägung aller Punkte», sagt Präsident Roth.

Dietikons Trainer Goran Ivelj hat sich aus der Angelegenheit herausgehalten, «das ist Sache des Vereins». Was ihn hingegen angeht, ist die Vergabe des Captainamts. Ist es nicht besser, Haziri von dieser Verantwortung zu entbinden und damit etwas Druck von ihm zu nehmen? Während seiner fünf Matches umfassenden Sperre trägt ohnehin Vizecaptain Luca Dimita die «Binde». Das war schon in der Hinserie so, als Haziri mehrheitlich verletzt gewesen war.

Ivelj will zuerst mit Haziri das Gespräch suchen, ehe es eine Entscheidung über den künftigen Captain gebe.

Gegner mit Ex-Super-League-Spieler

Der «Fall Haziri» hat die Vorbereitung auf die wichtige Partie am Samstag irritiert, sagt Ivelj, obwohl er selbst das Thema von der Mannschaft fernzuhalten versuchte. Im fernen Meyrin haben die Limmattaler die Chance, zum dritten Mal in Folge den Einzug in die Hauptrunde des Schweizer Cup zu schaffen (18 Uhr, Stade des Arbères).

Die Genfer haben in der 1.-Liga-Meisterschaft bislang 16 Punkte geholt (Dietikon: 20) und liegen damit knapp vor dem ersten Abstiegsplatz. In der Winterpause haben sie sich allerdings enorm verstärkt, unter anderen mit dem früheren Super-League-Stürmer Moustapha Dabo (Sion). FCD-Trainer Goran Ivelj sagt: «Meyrin ist klarer Favorit.»