Tennis
Von einem der auswandert, um zu studieren

Raphael Hemmeler aus Dietikon hat ein Sportstipendium in den USA angenommen. Damit verbindet der 19-Jährige Ausbildung und Tennis.

Maila Bermejo
Drucken
Teilen
Raphael Hemmeler liest eine englische Zeitung zur Vorbereitung auf sein Studium in den USA

Raphael Hemmeler liest eine englische Zeitung zur Vorbereitung auf sein Studium in den USA

AZ

«Für mich geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung», sagt Tennisspieler Raphael Hemmeler. Der 19-jährige Dietiker hätte nach abgeschlossener Matur im kommenden Sommer entweder beim Sport zurückschrauben oder auf seine akademische Laufbahn verzichten müssen. Und das kommt für den ehrgeizigen Limmattaler beides nicht infrage.

So hat er auf die vielen Anfragen von amerikanischen Hochschulen geantwortet und ist im Dezember auf «Universitäts-Schau» in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gegangen. «In den USA hat Sport einen viel höheren Stellenwert und ich kann tatsächlich ein Studium auf höchstem Niveau mit Leistungssport verbinden», erzählt Hemmeler, der sich schliesslich für die renommierte Duke University im Bundesstaat North Carolina entschieden hat.

Zuerst die Schule, dann der Sport

Anders als bei den meisten Tennistalenten, war für Hemmeler die Ausbildung stets wichtiger als der Sport. Nicht nur, dass er grundsätzlich wissbegierig und lernfreudig ist, es stecken auch taktische Überlegungen dahinter: «Den Durchbruch im Elite-Tennis zu schaffen, ist äusserst schwer», weiss Hemmeler. «Wenn ich gleichzeitig eine Ausbildung mache, ist der Leistungsdruck nicht so enorm und ich kann unverkrampft aufspielen.

Ausserdem ist die Möglichkeit einer Verletzung im Profisport immer da.» Eine Einstellung, die in seinem ersten Jahr bei den Aktiven bereits Früchte getragen hat. Hemmeler hat in zwei ATP-Future-Turnieren (tiefste Kategorie auf der Profitour) zwei Punkte geholt und ist nun die Nummer 1280 im ATP-Ranking. «Dieser Erfolg kam für mich ein wenig überraschend», gibt Hemmeler zu. «Obwohl ich in meinem Matura-Jahr stecke und momentan viel Aufwand in der Schule habe, konnte ich im Tennis einen rechten Schritt vorwärts machen.»

In den USA ist es zwar einfacher, Ausbildung und Sport miteinander zu verbinden, doch haben die wenigsten Tennisspieler nach abgeschlossenem Studium den Sprung in die Weltspitze geschafft. «James Blake und John Isner sind zwei Beispiele», erzählt Raphael Hemmeler. «Aber ehrlich gesagt, gehe ich nicht nach Amerika, um mich auf ein Profileben vorzubereiten.» Trotzdem schliesst er diese Möglichkeit nicht ganz aus. «Vielleicht beflügelt das Studium meine sportlichen Leistungen weiterhin – dann ist alles möglich», sagt er mit einem Augenzwinkern.

Aktuelle Nachrichten