Curling

Vom seltenen Gefühl des Scheiterns

Carmen Schäfer reist im Dezember mit Davos nicht nach Moskau. archiv

Carmen Schäfer reist im Dezember mit Davos nicht nach Moskau. archiv

Janine Greiner und Carmen Schäfer fahren erstmals seit 2006 respektive 2007 nicht zur EM.

Bis vor dem letzten Stein im Zusatzend lag für Carmen Schäfer und Janine Greiner das Flugticket für Moskau griffbereit. Mit dem Team Davos kämpften sie in der Barrage gegen Flims um die Qualifikation für die EM in der russischen Hauptstadt. Es sah gut aus für das Quartett um Skip Mirjam Ott, bis zum Time-out vor ihren beiden letzten Steinen hatte das Team beste Qualifikationschancen. Mit ihrem zweitletzten Stein beförderte Ott zwei gegnerische Steine weg und setzte selbst eine Garde.

Ihre ehemalige Teamgefährtin Binia Feltscher konterte und spedierte ihrerseits zwei Davoser Steine weg. Ott missriet der letzte Stein. So war es für die Flimserin eine Formsache, mit einem Take-out die Qualifikation für die Europameisterschaft zu sichern.

«Unser Spiel war schwerfällig, es ist nicht gut gelaufen», sagte die enttäuschte Dietikerin Janine Greiner. «Wir müssten es früher packen, es hat das letzte Mü gefehlt», sagte die 30-Jährige. «Es tut weh, denn wir waren in den letzten Jahren immer an der EM», beschrieb Vizeskip Carmen Schäfer ihre Gemütslage. Tatsächlich nahm sie seit 2007 ununterbrochen an der Kontinentalausscheidung teil, Greiner gar seit 2006. «Wir haben zwar gut aufgebaut, aber Feltscher brachte ihre Steine durch», analysierte die ebenfalls 30-Jährige aus der Fahrweid.

Dramatische Finalpaarung

Schon in der doppelten Round Robin unterlag Davos den Kantonalrivalinnen zweimal: 5:8 und 7:11. Dann aber setzt es im ersten Finalspiel mit einem 6:5 eine Duftmarke. Flims revanchierte sich umgehend mit einem 9:5, es schrieb vier Steine im neunten End. Nach drei Nuller-Enden im Entscheidungsmatch steuerte Feltscher mit einem Dreierhaus die Bahnen Richtung Sieg. Wohl erreichten Schäfer und Greiner noch die zusätzliche Ausmarchung, aber aus der Rücklage konnten sie sich nicht mehr befreien. «Ich weiss nicht genau, was passiert ist», gestand Greiner. «Wir waren ab und zu in Gefahr, aber das ist nicht der Grund», sah Schäfer die Situation ähnlich. Sie und Ott waren sich allerdings nicht immer einig gewesen, welche Taktik in diesem hochdramatischen Finale jeweils Erfolg versprechender sein könnte.

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