52 Faustball-Teams duellierten sich übers vergangene Wochenende in der Schlieremer Unterrohr-Sporthalle. Eines hatten die Faustballer vom 10-Jährigen über den Senior bis zum Elitespieler gemeinsam: die Freude am Faustball. Damit bot sich dem Publikum eine Vielfalt an verschiedenen Spielstärken an, die kaum zu überbieten war. Die meisten Zuschauer kamen aber, um ihre Schlieremer anzufeuern. Letztere waren mit fünf Teams vertreten und bewältigten nebenbei meist noch ein Amt im Organisationskomitee.

Doch das doppelte Engagement wirkte sich nicht negativ auf ihre sportlichen Leistungen aus. Im Gegenteil: Die Frauen des STV Schlieren gewannen all ihre Gruppenspiele. Auch die 1.-Liga-Männer siegten in ihrer Kategorie. Der Nachwuchs U10 und U12, überzeugte seinerseits mit Podestplätzen. Noch wichtiger aber war ihre grosse Spielfreude. Die Nachwuchsabteilung mit 60 Kindern ist eine der grössten in der Schweiz überhaupt.

Drei NLA-Teams dabei

Sechs Spitzenteams der Nationalliga A und B trugen ihre fünf Gruppenspiele am Sonntagnachmittag aus. Wobei man fairerweise anfügen muss, dass mit dem FG Elgg-Ettenhausen (ZH) und dem STV Oberentfelden 1 zwei fast ebenbürtige Mannschaften antraten, die zu den Top-Five der Schweizer Faustballszene gehören. So erstaunte es nicht, dass sie von Beginn weg das Spielgeschehen bestimmten. Die beiden Teams spielten druckvoller und präziser und waren eine Spur schneller als die anderen Teams. Wobei auch das zweite Team der Oberentfelder mehr als überzeugte. Sie spielten gegen ihre Kontrahenten – Oberentfelden 1 – sehr stark und holten sich ein verdientes Unentschieden.

Dieses drittletzte Spiel des Tages hatte es in sich und gehörte wohl zu einem der spannendsten der Elite. Lange stand die Partie auf Messers Schneide. Die routinierteren Spieler der zweiten Mannschaft behielten die Nerven und erzielten in den letzten 20 Sekunden den Anschlusstreffer zum 19:19. Auffallend war, dass Oberentfeldens Trainer Christian Zbinden seine Spieler permanent motivierte und coachte. Deshalb klappte wohl auch das Zusammenspiel seiner Mannschaften so gut, nicht zuletzt, weil auch die Spieler untereinander Zeichen gaben oder während des Matches miteinander kommunizierten, damit es keine Missverständnisse gab, wer den Ball annahm oder abgab.

Schlieren 1 wird Vorletzter

Schlieren 1 musste sich mit dem zweitletzten Platz zufriedengeben. Immerhin schlugen sie die deutschen Gäste aus Völklingen. «Unser Team ist noch sehr jung und spielt in dieser Formation seit zwei Jahren in der NLB», sagte denn auch der OK-Verantwortliche Rolf Bühler, der das Team sporadisch trainiert. Das Minimalziel – ein Sieg – wurde erreicht. Es gehe nun darum, so Bühler, bis zum Start der Wintersaison Mitte November das Team noch mehr zu festigen und mehr Konstanz ins Spiel zu bringen. Rolf Bühler muss es wissen, spielte er doch vor rund acht Jahren selbst in der Nationalliga A und ist mit seinem Seniorenteam heuer erstmals Schweizer Meister geworden. «Wir sind froh», so Bühler, «dass wir auch heuer wieder die Grosshalle zu besetzten vermochten, denn Faustball ist eine Randsportart, und es werden immer mehr Ligen und Turniere aufgelöst.»