Squash
Vitis Schlieren wird wohl Meister, aber will nicht in den Europacup

Vitis Schlieren ist auf dem besten Weg, den Meistertitel zu verteidigen. Im Falle des Titelgewinns werden die Limmattaler aber voraussichtlich auch nächste Saison auf den Europacup verzichten.

Fabio Baranzini
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Vitis Schlieren wird wohl Meister, aber will nicht in den Europacup
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Henrik Mustonen wird an den Playoffs teilnehmen.
Teammanager und Spieler: John Williams (l.).
Schlierens Henrik Mustonen (v.) in Aktion.
Schlierens John Williams ist in seinem Element.
Bestritt 60 Prozent der Partien: Henrik Mustonen.
Henrik Mustonen will mit Schlieren den Titel gewinnen.
Für Schlieren und Henrik Mustonen ist der Europacup zweitrangig.
Australische Power für Schlieren: John Williams.

Vitis Schlieren wird wohl Meister, aber will nicht in den Europacup

Fabio Baranzini

Gegen den amtierenden Schweizer Meister Vitis Schlieren ist in diesem Jahr kein Kraut gewachsen. Die Limmattaler sind das Mass aller Dinge und schliessen die Qualifikation mit 15 Siegen und einem Unentschieden ungeschlagen auf Platz 1 ab. GC weist als erster Verfolger einen Rückstand von neun Punkten auf. Auch im letzten Qualifikationsspiel am vergangenen Donnerstag gegen Winterthur resultierte ein lockerer 4:0-Sieg für Vitis.

Das Erfolgsgeheimnis der Schlieremer ist klar. «Wir haben ein breiteres Kader als der Rest der Liga und können daher einen Ausfall mit einem gleichwertigen Spieler ersetzen», sagt Teamleader Nicolas Müller, der bei der Partie gegen Winterthur als Edelreservist vor Ort war und für Teamkollegen und Gegner das Essen organisierte.

Vier Ausländer im Team

Neben Müller zählten die Schlieremer in dieser Saison auf die Dienste von vier Ausländern: Henrik Mustonen, Julien Balbo, Daniel Hoffmann und Glen Borett. Mit diesem Aufgebot gibt es auch keine Diskussionen bezüglich dem Saisonziel. «Wir wollen den Titel verteidigen. Das war von Anfang an unser Ziel», so Müller. Die aktuelle Weltnummer 25 wird Vitis Schlieren in den Playoffs gemeinsam mit dem Finnen Mustonen anführen. Dieser hat sich als einziger Ausländer im Schlieremer Kollektiv für die Playoffs qualifiziert, da er 60 Prozent aller Partien bestritt.

Sorgfältige Planung

Doch ein Kader dieser Grösse und Stärke ist ein kostspieliges Unterfangen. Teammanager und Spieler John Williams plant daher jeweils sehr genau, mit welchen Spielern er gegen welche Gegner auflaufen will. «Gegen die Topteams schaue ich, dass Nicolas und ein weiterer Ausländer da sind, gegen die schwächeren reicht ein Spitzenspieler», so Williams. Auf diese Weise wird das Budget entlastet, damit Ende Saison kein Verlust resultiert.

Finanzielle Gründe

Im letzten Jahr hat Vitis Schlieren mit dieser Personalpolitik den Meistertitel geholt und auch in dieser Saison stehen die Chancen gut. Auf die Europacup-Teilnahme, wozu der Meistertitel berechtigt, haben die Schlieremer in der letzten Saison allerdings aus finanziellen Gründen verzichtet. Dieses Szenario wird sich voraussichtlich in diesem Jahr wiederholen. «Eine Woche für den Europacup ins Ausland zu reisen , ist sehr teuer.

Zudem müssen Marco Dätwyler und ich arbeiten und Nicolas und Henrik sind auf der Profitour unterwegs», so Williams. Für ihn hat die nationale Meisterschaft daher Vorrang. «Auch wenn ich Ende Saison 5000 Franken auf der Seite hätte, würde ich diese lieber in die kommende Saison investieren als in den Europacup», sagt der 41-jährige Australier.