Squash

Vitis Schlieren lässt den Erzfeind alt aussehen

Nicolas Müller gewinnt gegen den Engländer Daryl Selby.

Nicolas Müller gewinnt gegen den Engländer Daryl Selby.

Das Team um die Schweizer Nummer eins, Nicolas Müller, verteidigt den Titel im NLA-Interclub. Im Final gewinnt der souveräne Qualifikationssieger gegen die Grasshoppers mit 3:1.

Der Final gegen Erzrivale GC verlief nicht ganz so wie erwartet. Der Plan von Spielertrainer John Williams sah zwei klare Siege und zwei weniger klare Niederlagen vor, wobei man dank des Satzverhältnisses den Titel würde verteidigen könnte. So funktionierte es im Vorjahresfinal, so lief es in der ersten Direktbegegnung der Qualifikation.

Williams machte auf Position 3 den Anfang, hielt den Krienser GC-Zuzug Jonas Dähler wie geplant in Schach, musste aber einen nicht kalkulierten Satzverlust in Kauf nehmen. Den Daumen nach oben strecken durfte man im Vitis-Lager nach der Auseinandersetzung der beiden Nummern 1. Der Schweizer Nicolas Müller (Weltnummer 25) traf in einem Klassiker auf den Engländer Daryl Selby.

Erst einmal in unzähligen Duellen hatte Müller die Weltnummer 10 geschlagen - zum Auftakt der Interclub-Saison. Nach verlorenem Startsatz drehte Müller in einem hochklassigen Match auf und wiederholte die herbstliche Überraschung.

Nur beim Matchball kam ein wenig Nervosität auf, denn Müller brauchte sechs Versuche, bis er diesen verwerten konnte. «Im letzten Jahr führte ich gegen Selby einmal 8:0 im Entscheidungssatz, verlor diesen aber noch mit 9:11. Deshalb kamen heute kurz einige Erinnerungen auf», sagte der 24-jährige Hirzler mit dem Lachen des Siegers.

Finnische Gleichgültigkeit

Noch war das Schlieremer Meisterrennen nicht entschieden, denn der etwas melancholisch wirkende Vitis-Finne Henrik Mustonen verlor gegen seinen Landsmann Olli Tuominen nicht nur wie bisher immer, er leistete dabei auch kaum Gegenwehr.

Später bei der Siegerehrung blieb der 23-Jährige auch der einzige Vitis-Akteur, dem kein Lächeln gelingen wollte. Als wäre er soeben einem Film des finnischen Regisseurs und Vorzeige-Melancholikers Aki Kaurismäki entsprungen.

Die glasklare 0:3-Niederlage gab dem Gegner nochmals Auftrieb. Dieser Rückenwind vermochte Paul Steel aber nicht zu beflügeln. Der GC-Altmeister blieb gegen Schlierens in dieser Saison unbezwungene Geheimwaffe Marco Dätwyler von Beginn weg auf verlorenem Posten.

Dätwyler spielt inzwischen kaum mehr Turniere, deshalb steht die Platzierung der besten Nummer 4 im Schweizer Interclub in keinem Verhältnis zu seinem Können. Das Video von seinem Matchball findet sich hier.

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