Squash
Vitis Schlieren ist heiss auf den Titel-Hattrick

Vitis Schlieren mit ihrem Star John Williams schliesst die Qualifikation auf dem zweiten Platz ab. Im Playoff-Halbfinal wartet nur der Squash Club aus Uster.

Nicola Imfeld
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Die Vitis Schlieren-Truppe will nach 2013 und 2014 zum dritten Mal in Folge Schweizermeister werden.

Die Vitis Schlieren-Truppe will nach 2013 und 2014 zum dritten Mal in Folge Schweizermeister werden.

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Die Schlieremer Squash-Spieler bereiten sich professionell auf das letzte Meisterschaftsspiel gegen Fricktal vor. Selbstverständlich, finden Sie? Nicht wirklich, wenn man die Statistik des Gegners kennt. Die Aargauer haben alle Spiele der laufenden Saison verloren und nur zwei Einzelspiele gewinnen können. John Williams, Captain von Vitis Schlieren, nimmt das Spiel gegen das abgeschlagene Schlusslicht der NLA trotzdem nicht auf die leichte Schulter. «Natürlich sieht es so aus, als ob diese Begegnung ein Selbstläufer wird. Aber wir müssen unsere Leistung abrufen, um einen sicheren Sieg einzufahren.»

Die Schweizer Squash Legende steht mit Vitis Schlieren einmal mehr in den Playoffs. Die Vorjahressieger konnten ihrer Favoritenrolle in diesem Jahr aber noch nicht vollständig gerecht werden. Schlieren schloss die Qualifikation am Donnerstag auf dem zweiten Platz ab und trifft im Playoff-Halbfinal auf Uster. «Wir haben über die ganze Saison konstant gute Leistungen gezeigt. Nun müssen wir uns aber noch einmal steigern, um am Ende erneut zuoberst zu stehen.»

Nur der Titel zählt

Für den australisch-schweizerischen Doppelbürger zählt auch in diesem Jahr nur der Meistertitel. «Wir haben in den letzten beiden Jahren den Pokal geholt, klar wollen wir auch in diesem Jahr wieder das gleiche Glücksgefühl erleben.»

Ein erneuter Titel-Gewinn würde der dritte in Folge bedeuten. Ein Kunststück, dass zuletzt dem Squash Club Wohlen geglückt ist, die 2008, 2009 und 2010 dreimal in Folge Schweizermeister wurden. «Die dritte Meisterschaft in Folge zu gewinnen wäre unfassbar», sagt Williams.

Balance hat sich verschoben

Aufgrund der Abgänge der beiden Top-Spieler Nicolas Müller und Marco Dätwyler muss Williams gegen den jeweils besten der gegnerischen Mannschaft antreten. Die frühere Weltnummer 15 hält zwar noch immer gut mit, musste sich in dieser Saison aber gegen die Topspieler von Uster und GC geschlagen geben. Trotzdem rechnet er sich für die Halbfinals Chancen aus. «Jede Partie muss gespielt werden, aber primär muss nicht ich die Siege einfahren, sondern unsere Nummern zwei, drei und vier.»

Williams sieht sich und sein Team in den diesjährigen Playoffs nicht mehr in der Favoritenrolle. «Die Balance hat sich in dieser Saison verschoben. Unsere zwei wichtigsten Spieler haben uns am Ende der letzten Saison verlassen. In diesem Jahr sind wir die Underdogs im Kampf um den Meistertitel.»

Längere Trainings

Der Altmeister ist immer noch heiss auf die Playoffs – er hat gar seinen Trainingsaufwand erhöht: «Schon vor vier Wochen habe ich die Trainingsintensität gesteigert. Allerdings werde ich nicht jünger und muss darum bereits eine Woche vor dem Halbfinal auf das physische Training verzichten.»

Um noch mehr Zeit für seinen geliebten Sport zu haben, hat der sympathische Schweizer Nationaltrainer vor wenigen Monaten eine Wohnung in der Nähe der Halle bezogen. «Das ist optimal für mich, so kann ich noch effizienter arbeiten.»

Die professionelle Vorbereitung auf das Spiel gegen den Letzten zahlte sich am Ende aus. Vitis Schlieren wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann das letzte Qualifikationsspiel ohne Probleme mit 4:0.