Leichtathletik

Vier Limmattaler reisen an die EM

Auch Reto Amaru Schenkel sicherte sich das Olympia-Ticket.

Auch Reto Amaru Schenkel sicherte sich das Olympia-Ticket.

Vier Limmattaler Sprinter sind an den EM in Helsinki: Die Dietiker Amaru Reto Schenkel und Rolf Malcolm Fongué sowie der Urdorfer Steven Gugerli und der Oetwiler Andreas Baumann.

Jetzt ist sie endgültig da, die Zuversicht, das Selbstvertrauen. Übereinstimmend sagen die schnellsten Schweizer Sprinter vor den heute beginnenden Europameisterschaften: «Wir sind zu vielem fähig und wir wollen unsere Chance nutzen.» Darunter sind mit den Dietikern Amaru Reto Schenkel und Rolf Malcolm Fongué sowie dem Urdorfer Steven Gugerli und dem Oetwiler Andreas Baumann gleich vier Limmattaler. Die Chance nutzen heisst es für die einen in zweierlei Hinsicht: Schenkel und Fongué wollen ihre Qualitäten als Einzelstarter unter Beweis stellen, Fongué über 100 Meter, Schenkel über 200 Meter.

Vor allem letzterer verfügt über die Möglichkeiten, in den Final der letzten acht vorzustossen und dort mit den Schnellsten mitzumischen.
Während Schenkel in den letzten beiden Jahren die Aufbruchstimmung im Schweizer Sprint als treibende Kraft mitgetragen hat, mischte Fongué nur am Rande mit. Zwar verblüffte er als 18-Jähriger mit starken 10,47 Sekunden über 100 Meter. Doch wirklich weiter kam er anschliessend nicht mehr - trotz zweier längerer Trainingsaufenthalte auf Jamaika 2007 und 2008. Fongué blieb ein Suchender. «Ich stagnierte», sagt er selbst.

Olympia-Limite im Fokus

In dieser Saison aber hat sich dies geändert. «Der Vorwärtsschritt erfolgte im Kopf», sagt er. Befreit läuft er nun, locker. In seinen Worten tönt das so: «Die Angst habe ich zurückgelassen, ich bin jetzt mit ganzen Herzen Sprinter.» Zum neuen Denken beigetragen hat sein Umfeld. Ihm ist wohl in der Trainingsgruppe mit Steven Gugerli, Diego Alves und Trainer Junaid Azmuth. Jetzt sieht der Teilzeit-Personaltrainer Perspektiven. «Ich will Fortschritte erzielen und mich etablieren», sagt er. Kompromisslos will er dies tun. Das Erreichte - diese EM sind seine erste internationale Freiluft-Meisterschaft - genügt ihm nicht. «Jetzt will ich zeigen, was ich kann», sagt er.

Über 100 Meter traut er sich eine weitere Steigerung seiner vor einer Woche in Fribourg gelaufenen 10,25 Sekunden zu. Damit rückt unverzüglich auch die Einzellimite für die Olympischen Spiele in London ins Blickfeld. 10,18 Sekunden wären mindestens verlangt. «Auf die Zeit achte ich weniger, sondern vielmehr auf ein Toprennen mit perfekten Bewegungen», sagt Fongué. Auch auf die Staffel blickt er. Dank seiner jüngsten Leistungen hat er sich vom Ergänzungsläufer zu einer Stütze entwickelt. «Ich bin jetzt mit einem anderen Gefühl dabei», sagt er, «ich kann nun meinen Beitrag leisten und die Staffel unterstützen.»

Wer von den schnellsten Schweizer Sprintern in Helsinki im Vorlauf (am kommenden Samstag) und allenfalls im Final zum Einsatz gelangt, ist noch offen. Der Entscheid liegt bei Staffelcoach Lucio Di Tizio. «Es geht darum, das Optimum herauszuholen, dazu werde ich meine Eindrücke vor Ort heranziehen», sagt der erfahrene Spezialist.

So wie sich die Situation derzeit präsentiert, sind Schenkel, Fongué und der Basler Alex Wilson gesetzt. Um den restlichen Part duellieren sich Altmeister Baumann und Newcomer Gugerli sowie der Berner Routinier Marc Schneeberger.

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