Auch das noch, war man als Zuschauer geneigt zu denken. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit spielten sich Fabio Capone und Dragan Durovic im Höngger Strafraum gegenseitig den Ball zu, bis Capone allein vor Hönggs Schlussmann Fabio De Almeida stand und sich die Ecke eigentlich aussuchen konnte. Stattdessen schoss er De Almeida an, der damit den 3:3-Ausgleich und eine mögliche Verlängerung in diesem Cupspiel verhindern konnte.

Die Szene passte zu diesem aus Dietiker Sicht tristen Samstagabend in der Dornau, der für die Limmattaler eigentlich ganz gut begonnen hatte. In der ersten Hälfte waren sie leicht überlegen, hatten allerdings nach einer Viertelstunde Glück, dass Dietikons Torhüter Sven Gammel einen Schuss vom starken Patrick Pereira noch an die Latte lenken konnte.

Doch dann wurde der FC Dietikon immer besser und erarbeitete sich auch einige Chancen, bis er nach einer halben Stunde durch einen Kopfball von Zivko Cajic in Führung ging. Zwar hätten die Limmattaler die Führung gar noch ausbauen können. Doch es blieb beim knappen Vorsprung zur Halbzeitpause.

Unkonzentriert und unsicher

In der zweiten Hälfte zeigten sich die Dietiker dann wieder so, wie sie sich schon in der Meisterschaft gegen denselben Gegner (2:6) gezeigt hatten: defensiv unkonzentriert und unsicher. Und das wirkte sich innert fünf Minuten aus, als die Gäste zwei Tore schossen und das Spiel auf den Kopf stellten. An beiden Treffern war Pereira, den die Dietiker einfach nicht in den Griff kriegten, massgeblich beteiligt: Beim 1:1 traf er aus spitzem Winkel, und das zweite Tor legte er vor, als er Gammel mit einem Dribbling im Dietiker Strafraum aussteigen liess und zu Youssef Boujidane passte, der sich die Chance nicht entgehen liess.

Und auch am dritten Gegentreffer, der nur acht Minuten nach Stephane Ebas zwischenzeitlichem Ausgleich folgte, hatte Pereira massgeblichen Anteil: Sein Schuss zwang Gammel zu einer sehenswerten Parade, doch der Goalie konnte den Ball nicht festhalten und irrte diesem hinterher. Der Ball landete in den Reihen der Höngger, und schliesslich brauchte Michael Schreiner nur noch einzuschieben – 2:3.

Für Dietikons Trainer Goran Ivelj ein Torwartfehler: «Den hätte er halten müssen.» Und da Gammel schon in der Meisterschaft gegen Höngg nicht seinen besten Tag erwischt hatte, fügte Ivelj hinzu: «Die Spiele gegen diesen Gegner sind für ihn wie ein Fluch.»

Doch die Niederlage an Gammel festzumachen, wäre falsch. Denn auch offensiv waren die Limmattaler phasenweise alles andere als überzeugend. So liess Capone noch eine weitere hochkarätige Torchance aus, als er beim Stand von 1:2 allein im gegnerischen Strafraum auftauchte und den Ball nur noch ins halb leere Tor einzuschieben brauchte. Doch Capone drosch den Ball an die Latte.

Ivelj möchte Verstärkungen

Zudem hatten die Dietiker Pech in zwei Szenen, als der Ball im gegnerischen Strafraum vermeintlich vom Arm eines Hönggers abgewehrt wurde. Die Schiedsrichterin liess beide Male weiterspielen. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Dietiker sich durch Unkonzentriertheiten und auch Unvermögen um das Weiterkommen im Cup brachten. Alles in allem ein Auftritt, der Ivelj nachdenklich stimmte. «Wir machen einfach zu viele Eigenfehler», meinte er. Für Ivelj ein Anzeichen dafür, dass seine Spieler den Anforderungen (noch) nicht genügen: «Vielleicht verlangen wir zu viel von ihnen, vielleicht ist die Qualität auch nicht so gut, wie wir dachten.»

Auch Verstärkungen sind für den Dietiker Trainer ein Thema. «Ich denke, wir brauchen einen Knipser, der die Tore schiesst», sagte er. «Und ich will noch einen zusätzlichen Torhüter.» Als Ersatzgoalie? Da wollte sich Ivelj nicht festlegen: «Der Konkurrenzkampf ist offen.» Klar sei jedenfalls, dass es Veränderungen geben müsse. «So macht es keinen Spass.»