Basketball
Viel Potenzial, aber unklare Zukunft bei der Alten Kanti

Die Frauen der Alten Kanti Aarau sind hervorragend in die neue NLB-Saison gestartet. Daher stellt sich die Frage nach einem möglichen Aufstieg. Die Männer stehen vor demselben Schritt. Doch ein Aufstieg beider Teams kann man sich nicht leisten.

Fabio Baranzini
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Alte Kanti Aarau Frauen
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Karen Twehues bei einem ihrer erfolgreichen Distanzwürfe (Alte Kanti).
Valery Vangen (Alte Kanti) beim Abschluss.
Schirin Juon (Alte Kanti) setzt sich unter dem Korb durch.
Annick Roth (Alte Kanti) beim Wurf.
Tina Müller (Alte Kanti) beim Abschluss.

Alte Kanti Aarau Frauen

Fabio Baranzini

In den letzten Jahren standen stets die Männer des BC Alte Kanti Aarau im Fokus der Öffentlichkeit. So auch letzte Woche, als sie im Schweizer Cup dank dem ersten Sieg über einen Vertreter aus der Nationalliga A die Viertelfinals erreichten. Dabei gerät die erste Frauenmannschaft, die wie ihr männliches Pendant in der Nationalliga B spielt, etwas in Vergessenheit. Zu Unrecht, denn in dieser Saison sind die Aarauerinnen so stark wie nie zuvor.

Im Cup stehen sie im Viertelfinal und haben gute Chancen, erstmals die Runde der letzten vier zu erreichen. Und auch in der Meisterschaft läuft es wie geschmiert. In der zweiten NLB-Saison stehen die Aarauerinnen mit sechs Siegen aus ebenso vielen Spielen souverän an der Tabellenspitze. Was dabei auffällt, ist die Deutlichkeit der Siege: 101:37 gegen Frauenfeld, 93:37 gegen die Spielgemeinschaft Biel/Solothurn im Hinspiel und auch das Rückspiel am Samstag gewannen die Aarauerinnen überlegen mit 84:25.

Twehues und die nötige Breite

In jenem Spiel war das Team von Milenko Tomic unter dem Korb mit Katarina Barnjak, Valery Vangen und Schirin Juon klar überlegen. Zwar liess das Trio immer wieder einfache Punkte liegen, machte dies aber mit guter Rebound-Arbeit wett. Und dann verfügten die Aarauerinnen mit Karen Twehues über eine überragende Distanzschützin, die gleich neun (!) 3-Punkte-Würfe versenkte.

Den erfolgreichen Saisonstart ausschliesslich auf den Zuzug von Twehues zu schieben, würde den Leistungen der restlichen Spielerinnen jedoch nicht gerecht. Natürlich ist Twehues, die über viele Jahre in der Nationalliga A gespielt hat, die wohl beste Spielerin der Liga, aber die Aarauerinnen haben die nötige Breite im Kader, um selbst gewichtige Ausfälle zu kompensieren. Das Erfreuliche daran: Die Alte Kanti spielt ausschliesslich mit Schweizerinnen, mehr als die Hälfte davon aus dem eigenen Nachwuchs.

Schwierige Entscheidung

Wenn es so gut läuft, steht zwangsläufig die Frage nach dem Aufstieg in die Nationalliga A im Raum. Vor allem deshalb, weil es in diesem Jahr gleich drei Aufsteigerinnen geben wird. «Sportlich gesehen liegt der Aufstieg drin», sagt Präsident Christian Roth. «Allerdings ist unser Team sehr jung. Das ist zwar eine tolle Ausgangslage, aber noch sind nicht alle bereit, um in der Nati A zu bestehen.»

Zurzeit laufen interne Abklärungen, ob die Promotion bereits in diesem Jahr infrage kommt. Neben der Tatsache, dass noch nicht alle Spielerinnen bereit sind, gilt es noch ein anderes Problem zu lösen. «Wir können nicht bei den Frauen und bei den Männern ein Spitzenteam finanzieren. Wir müssen uns entscheiden», so Roth. Eine schwierige Entscheidung, welche die Verantwortlichen jedoch bald treffen müssen.