Fussball
Via die Fifa ins Limmattal: Amerikanerin Eastman neu beim FC Schlieren

Die Frauen des FC Schlieren nehmen morgen in der NLB das Frühjahresprogramm in Angriff. Verstärkung erhalten die Limmattalerinnen von Elizabeth Eastman.

Irene Müller
Merken
Drucken
Teilen

Irene Müller

Sie ist der lebende Beweis dafür, dass auch Frauen total fussballverrückt sein können. Elizabeth Eastmans Leben dreht sich rund um das runde Leder. Die US-Amerikanerin, die aus Kentucky stammt, arbeitet für den Weltfussballverband Fifa, und in der Freizeit ist sie ebenfalls immer am Ball. Sie spielt beim Beachsoccer-Team vom Grasshopper Club, darf sogar jeweils mit der Schweizer Nati trainieren, und ab diesem Jahr ist sie auch beim NLB-Klub FC Schlieren engagiert.

Und wenn sie einmal eine Pause macht? Sie grinst verlegen: «Dann spiele ich Fifa auf der Konsole. Voll untypisch für eine Frau, nicht wahr?» Naja, einmal abgesehen vom Geschlecht, könnte man sich einen typischeren Fussballliebhaber kaum vorstellen. Der herzlichen Amerikanerin merkt man die Liebe für ihren Sport sofort an: Der Fussball, den sie fürs Foto halten sollte, fliegt kurz nach dem Shooting schon wieder durch die Luft. Stillstehen für die Kamera ist nicht gerade die Lieblingsbeschäftigung der hyperaktiven 26-Jährigen.

Hauptziel, den Sport zu fördern

Seit sie ein kleines Mädchen war, träumte Elizabeth Eastman von einem Leben rund um Fussball – sportlich sowie auch beruflich. In die Schweiz gekommen ist sie im März des letzten Jahres, um den Master in Sportmanagement bei der Fifa zu machen, und hatte danach das Glück, direkt eine Anstellung am Hauptsitz in Zürich zu erhalten. «Es war schon immer ein Traum von mir, einmal bei der Fifa arbeiten zu dürfen», sagt sie.

Dass der Verband vor allem in den Medien häufig stark in der Kritik steht, stört Eastman nicht sonderlich: «Die Fifa ist eine tolle Organisation, die viel Gutes für den Fussball macht. Ihr Hauptziel ist es, den Sport zu fördern. Ausserdem sind die meisten Angestellten solche Fussballverrückten wie ich und sehen es als Ehre an, hier arbeiten zu dürfen.» Eastmans Aufgabenbereich liegt in der Förderung des Fussballs rund um den Globus. «Fussball hat mir so viel gegeben und ich freue mich sehr, nun etwas zurückgeben zu dürfen», sagt sie glücklich. «Dieser Sport kann einen viel lehren über Führungsverhalten, Verantwortung zu tragen und auch über Respekt.»

Ideale Lösung

Vom FC Schlieren hat die Wahl-Zürcherin von einer Freundin vom Beachsoccerteam GC erfahren. Dort harmonierte sie schnell mit Team und Trainer. Nun wird die frühere Division-1-Spielerin (höchste Uni-Liga in den USA) den FC Schlieren in der Rückrunde verstärken. Obwohl sie wohl auch beim stärksten Schweizer Frauenklub FC Zürich mit Handkuss genommen worden wäre, ist der FC Schlieren für Eastman die ideale Lösung.

«Ich lege sehr viel Wert auf meine Arbeit, und der Aufwand bei einem NLA-Team wäre mir dafür einfach zu gross. Lieber spiele ich eine Liga tiefer und kann dafür alles geben für das Team.» Doch der Glamour der Fussballwelt scheint der leidenschaftlichen Fussballerin ohnehin nicht viel zu sagen. Hauptsache Fussball – immer und überall.

Vier nicht mehr dabei

Die Schlieremerinnen gehen als Tabellenvierte der NLB ins neue Jahr, mit zwölf Punkten Rückstand auf Leader Derendingen bei zwei weniger ausgetragenen Partien. Neben Elizabeth Eastman sind Martina Conte (von den Blue Stars) und Ana Maria Markovic (von den B-Junioren) neu im Team. Trainer Robert Tonic spricht von weiteren geplanten Transfers. Nicht mehr im Kader sind Desirée Habermacher (private Gründe) sowie Torhüterin Christine Schärer, die wegen einer Kopfverletzung schon während der Vorrunde nicht mehr eingesetzt werden konnte. Tonic muss darüber hinaus bis im Sommer auch auf Münevver Akyol (Auslandaufenthalt) und Vanessa Jordi (Kreuzbandriss) verzichten. (bier)