Es war die Chance, vor der Winterpause noch drei Punkte zu holen, sich von Schlusslicht Schwyz zu distanzieren und bis auf einen Punkt an das über dem Strich platzierte GC heranzukommen. Eine durchaus machbare Aufgabe für die Schlieremer NLA-Fussballerinnen, zumal sie zu Hause gegen Mitaufsteiger Schwyz antreten konnten.

Doch gerade in den Momenten, in denen es darauf an kommt, in denen Schlieren alle Kräfte mobilisieren und sich von der besten Seite zeigen muss, versagt es kläglich.

So geschehen auch gestern. Und dies, obwohl die Limmattalerinnen mit einer ansprechenden Leistung in die Partie einstiegen. Mit dem Wind im Rücken liessen die Gastgeberinnen den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren und setzten schon in der vierten Minute ein Ausrufezeichen. Nadine Baker leitete einen langen Ball von Torhüterin Pascale Küffer weiter und bediente Stürmerin Melina Scodeller, deren Abschluss die gegnerische Torhüterin Marina Niederberger nur noch knapp ablenken konnte. Die nächste Chance liess nicht lange auf sich warten. Scodeller, die gestern die beste Schlieremer Spielerin auf dem Platz war, kämpfte sich über links durch und flankte vors gegnerische Tor. Doch der Ball wollte auch nach dem zweiten Nachschuss den Weg ins Netz nicht finden.

Eine Minute später die Ernüchterung: Wie aus dem Nichts erzielte Schwyz’ Marina Marty das 1:0 für die Gäste. Jetzt mussten schon zwei Tore her um die dringend benötigten Punkte heimzubringen. Doch wer sollte diese Tore machen? Diese Frage blieb auch nach Münevver Akyols Weitschuss, der direkt in den Händen von Schwyz-Goalie Niederberger landete, unbeantwortet. Die Angriffe der Limmattalerinnen waren unkoordiniert und verliefen sich im Nichts. In der 34. Minute doppelte Schwyz nach: Die starke Miriam Faccenda überlistete Pascale Küffer und traf zum 0:2.

Nach der Pause passte nichts mehr

Nach der Pause spielten die Limmattalerinnen gegen den Rückstand und gegen den Wind – und konnten froh sein, dass sie nicht stärker in Rücklage gerieten. Die eingewechselte Karin Inglin und Faccenda vergaben je eine Grosschance. Bei Schlieren passte nichts mehr zusammen, im Mittelfeld klafften riesige Lücken und Goalie Küffer schien mit dem Gegenwind überhaupt nicht klar zu kommen. So verwundert es nicht, dass Schwyz’ Fabiola Scheiber in der 65. Minute ungehindert mit dem Ball durch die Schlieremer Hälfte laufen konnte und anstatt gestoppt zu werden, noch Begleitschutz von ihren Gegenspielerinnen bekam. Sie bedankte sich mit dem 3:0 für die Gäste.

Es kam noch dicker. Faccenda nützte eine Unsicherheit in der Schlieremer Verteidigung aus und traf zum Schlussstand von 0:4. «Eigentlich hatten wir mehr Spielanteile», analysierte Margaux Kalberer nach dem Spiel. «Doch wir brauchen endlich wieder einen Torerfolg.» Bleibt zu hoffen, dass die Limmattalerinnen in der Winterpause den «Weg ins Netz» wieder finden.