Kunstturnen
Valérie Strub von der Kutu Urdorf schafft es trotz Schmerzen in die Top Ten des Limmat-Cups

Am Limmat-Cup in der Sporthalle des Schulhauses Büel in Unterengstringen zeigt Valérie Strub von der Kutu Urdorf ihr Können. Die 15-Jährige platziert sich trotz Rückenbeschwerden auf dem zehnten Rang.

Michel Sutter
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Valérie Strub beim Wettkampf am Balken.

Valérie Strub beim Wettkampf am Balken.

Michel Sutter

Ein Sprung, dann ein Rutscher bei der Landung, und schon ist das was passiert, was einer Kunstturnerin auf dem Balken nicht passieren sollte: Sie landet auf der Matte. Gleich mehreren Athletinnen der Kategorie P4 Amateur unterläuft ein solches Missgeschick an diesem Samstagabend in Unterengstringen, wo die 43. Ausgabe des Limmat-Cups stattfindet. Und sie können ihre Enttäuschung kaum verbergen. Tränen kullern über ihr Gesicht, während sie sich wieder auf den Balken schwingen.

Valérie Strub von der Kutu Urdorf vergiesst an diesem Abend keine Tränen. Die 15-Jährige zeigt am Balken und auch sonst eine solide Leistung. Und das, obwohl sie handicapiert ist. «Ich habe seit einer Woche Rückenschmerzen», erklärt sie. «Ich habe die Schmerzen während des Wettkampfs gespürt, die Schläge, die es bei den Sprüngen gab.» Wegen der Schmerzen stand Strubs Teilnahme am Limmat-Cup in der Schwebe. Dass sie nun nicht nur mitturnen, sondern auch noch eine ansprechende Leistung zeigen konnte, freut sie: «Ich bin sehr zufrieden.»

Vorteile in der Schule

Strub turnt, seit sie vier Jahre alt ist. Viermal pro Woche trainiert die 15-Jährige. Zum Kunstturnen ist sie über ihre Schwester gekommen. Was gefällt ihr so sehr am Kunstturnen? «Es ist sehr abwechslungsreich», sagt Strub. «Und man hat viele Vorteile in anderen Sportarten. Das merke ich vor allem in der Schule, wenn wir Sport treiben.»

Valérie Strub kann sich auf dem Balken halten.

Valérie Strub kann sich auf dem Balken halten.

Michel Sutter

Strub nimmt jedes Jahr am Limmat-Cup teil, der wie immer in der Sporthalle des Schulhauses Büel in Unterengstringen stattfindet. In der Halle sitzen die Zuschauerinnen und Zuschauer relativ nahe bei den Turnerinnen, da der Platz beschränkt ist. «Für meinen Geschmack sind sie etwas zu nahe», bemängelt Strub. Trotzdem gehört der Limmat-Cup auch dieses Jahr zu den Wettkämpfen, an denen die 15-Jährige dabei ist – nicht zuletzt wegen der geografischen Nähe zu ihrem Wohnort in Otelfingen. «Der Weg ist für mich nicht weit», sagt sie und lacht.

Doch in diesem Jahr ist sie auf sich alleine gestellt. In der Kategorie P4 Amateur ist sie die einzige Vertreterin der Kutu Urdorf, weil die anderen P4-Amateur-Turnerinnen nicht so oft trainieren konnten. «Die einzige P4-Amateur-Vertreterin der Kutu Urdorf zu sein, ist etwas langweilig», gibt sie zu. «Man kann nicht mit den anderen Turnerinnen vom Verein mitfiebern.» Zudem könne man sich auch nicht mit Vereinskolleginnen unterhalten.

Obergrenze für Teilnehmerinnen

Strub ist eine von insgesamt 350 Turnerinnen, die an diesem Wochenende anlässlich des Limmat-Cups ihr Bestes geben. Die Teilnehmerzahl ist hoch – so hoch, dass die Verantwortlichen eine Obergrenze gesetzt haben. «Wir mussten schon früher eine Warteliste einführen», erklärt OK-Präsident Michael Wirz. «Wir können schlicht nicht noch mehr Turnerinnen in der Halle unterbringen.» Schliesslich sei die Turnhalle des Schulhauses Unterengstringen von Samstagmorgen bis Sonntagabend komplett gefüllt. Den Anlass an einen anderen Ort zu verlegen, war und ist aber kein Thema. «Die Kombination zwischen Halle und Vorplatz, wo wir die Festwirtschaft aufstellen können, ist ideal», erklärt Wirz. Daher begrenzen er und sein Organisationskomitee lieber die Teilnehmerzahl, statt sich eine andere Lokalität zu suchen.

Diejenigen Turnerinnen, die dabei sind, haben teils weite Anreisen hinter sich. Einige sind aus der Ostschweiz angereist, andere sogar aus dem Tessin. Der Grund: Der Limmat-Cup zählt für die Qualifikation zur Teilnahme an der Schweizermeisterschaft. Das möchte auch Valérie Strub schaffen: «Das ist eigentlich immer mein Ziel.»

Schmerzen stellen Kunstturnerinnentage in Frage

Vorausgesetzt, die Rückenschmerzen klingen ab, und sie kann auch an den anderen Wettkämpfen teilnehmen, die für die Schweizermeisterschaftsqualifikation zählen – etwa die Kunstturnerinnentage in Luzern vom nächsten Wochenende. «Ich weiss noch nicht, ob ich nach Luzern fahre oder ob ich mich schone», erklärt Strub.

Geschont hat sie sich in Unterengstringen nicht – und ist dafür am Ende mit dem zehnten Rang in der Einzelwertung der Kategorie P4 Amateur belohnt worden. Genau wie im vergangenen Jahr. Nächstes Jahr findet der Limmat-Cup übrigens am 8. und 9. April statt.

Die besten Limmattalerinnen:

EP

Mannschaftswertung: 4. Kutu Urdorf. 5. Kutu Weiningen.

Einzelwertung: 11. Lily Lehmann, Kutu Urdorf. 12. Melanie Schai, Kutu Weiningen.

P1

Mannschaftswertung: 6. Kutu Weiningen. 7. Kutu Urdorf.

Einzelwertung: 13. Mira Stalder, Kutu Weiningen.

P2

Mannschaftswertung: 5. Kutu Weiningen. 6. Kutu Urdorf.

Einzelwertung: 11. Bernadette Fries, Kutu Weiningen. 12. Jessica Gjetaj, Kutu Urdorf.

Open

Mannschaftswertung: 1. Kutu Urdorf.

Einzelwertung: 2. Jana Blattner, Kutu Urdorf. 3. Tamara Dürst, Kutu Urdorf. 4. Tonya Neely, Kutu Urdorf. 5. Saranya Gräni, Kutu Weiningen. 6. Lisa Landis, Kutu Weiningen

P4 Amateur

Einzelwertung: 10. Valérie Strub, Kutu Urdorf