Das Derby der zweiten Mannschaft der Limmattal Wings und Urdorf verkam zu einem Kampf gegen den Regen. Jeder Versuch der Puckeroberung wurde von einer gewaltigen Wasserfontäne begleitet. Entsprechend harzig verlief die Partie. «Du siehst überhaupt nichts», meinte etwa Urdorfs Michele D’Aquino, nachdem er allein auf Torhüter Alexander Meier zustürmen gekonnt, den Puck aber am Tor vorbeigeschossen hatte. Doch nicht nur Fehlschlüsse waren die Folge des hartnäckigen Regens, sondern auch zahlreiche Pässe ins Leere, weil die Scheibe auf halbem Weg liegen blieb. Zudem rutschten die Spieler beider Mannschaften immer wieder aus. Besonders das letzte Drittel zog sich wegen zahlreicher Unterbrüche in die Länge, dauerte über eine Dreiviertelstunde.

«Es war schwierig, unter diesen Bedingungen zu spielen», sagte Wings-Trainer Marco Birrer nach der Partie, «bei so viel Wasser macht es keinen Spass.» Für Birrer, der als Spieler des Fanionteams die Derbys in der 3.Liga miterlebt hatte, war die Partie gegen seinen Stammverein natürlich etwas ganz Besonderes. Allerdings verbindet ihn mit der aktuellen zweiten Mannschaft der Urdorfer nicht mehr viel: «Es sind einige neue Gesichter, ich habe fast niemanden mehr gekannt.» Doch nur allzu gerne hätte er gegen seinen ehemaligen Verein die ersten Punkte geholt. «Es schmerzt doppelt, ein Derby zu verlieren», gab er zu. «Urdorf hat eben effizienter gespielt. Aber wir lassen den Kopf nicht hängen.»

Torhüter Fischer als Skorer

Des einen Leid ist des anderen Freud. Urdorf-Trainer Sandro Ungricht hatte nicht damit gerechnet, ausgerechnet im Derby gegen die Wings die ersten drei Punkte der Saison zu gewinnen. «Für uns ist jedes Spiel mit einer Ungewissheit verbunden, weil wir neu in der Liga sind», erklärte er. Seine Mannschaft kenne die Gegner ja nicht, daher sei jedes Spiel ein Abtasten. Bemerkenswert: Der gelernte Torhüter Sandro Fischer glänzte mit zwei Toren und einem Assist. Bester Skorer war Thomas Wigger, der eigentliche 2.-Liga-Spieler, der nach Verletzungspause noch Fitness aufholen muss.

Für Ungricht war das Derby weniger speziell als für seinen Trainerkollegen Birrer. Überhaupt war die Atmosphäre zwischen den beiden Teams erstaunlich entspannt, ja fast freundschaftlich – trotz vieler Strafen im Schlussabschnitt und zwei Restausschlüssen gegen Andreas Bucher und Stefan Rohrer. Allerdings pfiff das Schiedsrichterduo in einigen Szenen auch etwas kleinlich. «Die Schiris waren etwas speziell», sagte Birrer und fügte hinzu: «Sie hätten besser andere Aktionen abgepfiffen als diejenigen, die sie geahndet haben.» Ungricht wollte sich nicht zu den Unparteiischen äussern.

Nun werden die Wings gegen den Bäretswiler SC versuchen, die ersten Punkte der Saison zu holen, während Urdorf auf den HC Zugerland trifft. Das nächste Aufeinandertreffen der beiden Limmattaler Mannschaften ist am 22. Dezember. Es bleibt ihnen zu wünschen, dass dann gute Bedingungen herrschen.