Eishockey
Urdorfs Frust macht Lust

Starke «Stiere» unterliegen Zug II 4:6 in der 2. Liga. «Ich bin es leid, zu sagen, dass wir gut gespielt haben und es doch nicht reichte. Ich verstehe nicht, wie wir trotz guter Chancen die Tore nicht machen können.» meint Trainer Dani Hüni dazu.

Raphael Biermayr
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Flaschen flogen, Flüche fielen. Urdorf sah gegen Zug II die Punkte auf dem Präsentierteller liegen – und schliesslich entschwinden. Ein Fehlentscheid eines Schiedsrichters war dabei nicht unerheblich. Viereinhalb Minuten vor dem Ende wurde Colin Wiederkehr nach einer Charge gegen Kevin Rickli auf die Strafbank geschickt. Sekunden zuvor hatte ebenjener Rickli auf der Gegenseite Raphael Studer in ähnlicher Manier ungeahndet aus dem Weg geräumt. Das anschliessende Powerplay nutzten die über weite Strecken enttäuschenden Gäste zum siebringenden Treffer zum 4:5.

Dani Hüni war schlau genug, diese Szene in seiner Matchanalyse nicht ins Zentrum zu stellen – er monierte die Unzulänglichkeiten des eigenen Teams. «Ich bin es leid, zu sagen, dass wir gut gespielt haben und es doch nicht reichte. Ich verstehe nicht, wie wir trotz guter Chancen die Tore nicht machen können.» Tatsächlich hatten die Limmattaler Möglichkeiten zuhauf. Der auffällige Neuzugang Boris Otypka und der ehemalige Ligatopskorer Raphael Studer waren die grössten «Sünder». So lagen die Gastgeber nie in Führung, sondern liefen stets einem Rückstand hinterher.

Offensive als Versprechen

Das immerhin machten sie mit Verve. Nach einem zaghaften ersten Drittel rochen die Urdorfer Lunte. Angetrieben vom überragenden Thomas Heldner rissen sie die Zuschauer mit. Dem 1:2 ging ein fantastischer Angriff voraus: Der Ex-NLA-Akteur legte auf Terence Roth zurück, dieser bediente Denis Weiss, der mit einem satten Schuss traf (17.). Das 3:3 fiel nach einem satten Schuss ins Lattenkreuz von Heldner (38.). Der angeschlagene Routinier zeigte sich in der Mitte seiner neuen Sturmpartner, die seine Söhne sein könnten, besonders spielfreudig. Es war ersichtlich, dass der Aufsteiger in der Offensive genug Schlagkraft besitzt.

Defensive mit Problemen

Vor dem eigenen Tor hingegen wartet eine Menge Arbeit auf Hüni. Einzig Captain Sebastian Hauser war heraus. Ansonsten regierte oft Konfusion, was die Absprache anbelangt. Das 2:3 fiel durch einen Shorthander nach einem Bully in der Zuger Abwehrzone (31.), beim 3:4 band Roman Marti zwei Defensivkräfte, bevor Simon Marti unbedrängt einnetzte (45.). Der frühere NLB-Verteidiger Serge Haas, der infolge eines WK nicht mit dem Team trainieren kann, spielte zwar fehlerfrei, hinterliess aber einen gehemmten Eindruck.

Dass es sich erst um das zweite Match handelte, legt die Vermutung einer Steigerung nahe. Unter dem Strich stand die Erkenntnis: So weit wie dieses Urdorfer Team war in den letzten zehn Jahren keines nach dem 2.-Liga-Aufstieg. Dass es zu diesem Zeitpunkt bereits Aussicht auf Punkte hatte, verspricht viel für die kommenden Partien.