3. Liga Fussball

Urdorfer wollen trotz neuer Tabellenführung nicht abheben

Sie waren gestern die glücklichere Mannschaft: Die Freude der Urdorfer nach dem Derbysieg war gross.

Sie waren gestern die glücklichere Mannschaft: Die Freude der Urdorfer nach dem Derbysieg war gross.

Der Club siegt in Birmensdorf mit 1:0 und ist neuer Tabellenführer. Kritik erntete auch der Schiedsrichter, der einen offensichtlichen Penalty nicht pfiff und sich im Nachhinein bei den Birmensdorfern entschuldigte.

Velisav Stevovic war kaum mehr zu halten. Der Urdorfer rannte laut jubelnd über den halben Platz und liess sich von seinen Teamkollegen feiern. Soeben hatte er mit einem schönen Heber Birmensdorfs Torhüter Jan Hula bezwungen – eine Minute vor Ende der offiziellen Spielzeit.

Birmensdorf versuchte, nochmals zu reagieren, und wäre durch Adriano Sodano beinahe zu einer guten Torchance gekommen. Doch der Stürmer, der in den letzten Partien mit seinen Toren massgeblich am Birmensdorfer Höhenflug beteiligt war, verpasste in der fünften(!) Minute der Nachspielzeit eine Flanke mit dem Kopf nur knapp. Und so blieb es beim Urdorfer Auswärtssieg.

Während sich die Urdorfer nach dem Schlusspfiff gegenseitig feierten, redeten einige Birmensdorfer Spieler aufgebracht auf den Schiedsrichter ein. Und auch auf dem Weg zur Kabine schüttelten sie immer wieder den Kopf. Der Grund für die Wut: Sodano war nach einer halben Stunde Spielzeit nach einem Rencontre im Strafraum zu Fall gekommen und hatte sich an der Schulter verletzt. Der Schiedsrichter jedoch liess weiterspielen. Später entschuldigte er sich bei den Birmensdorfern und bei Sodano. «Das war ein klarer Penalty», ereiferte sich Birmensdorfs Trainer Antonio Caputo. Und auch Urdorf-Coach Gianni Musumeci gab zu: «Hätte der Schiedsrichter gepfiffen, hätten wir uns nicht beschweren können – auch wenn ich der Ansicht bin, dass es kein Foul war.»

Platzverweis für Caputo

Schon zuvor hatte der Unparteiische den Unmut des Heimteams auf sich gezogen, als er eine Aktion gegen Aleksandar Petrovic weiterlaufen liess: Petrovic war nach einem Zweikampf mit Kevin Rodriguez im Strafraum hingefallen. Auch hier war es nicht eindeutig, ob es sich um ein Foul handelte, oder ob der Schiedsrichter Recht damit hatte, die Szene laufen zu lassen.

Wie dem auch sei: Die Birmensdorfer ärgerten sich je länger, je mehr über die Schiedsrichterentscheide. Das führte so weit, dass Caputo wegen Reklamierens gar vom Feld geschickt wurde. «Da gab es Szenen, bei denen der Schiedsrichter ein paar Meter danebenstand und sie nicht ahndete», ärgerte er sich. Protest einlegen wollte er aber nicht: «Nein, so was machen wir nicht.»

Besonders bitter für Caputos Mannschaft war die Tatsache, dass die Birmensdorfer auch noch einen Lattenschuss zu verzeichnen hatten – durch Adriano Sodano zwei Minuten nach Beginn der zweiten Hälfte. Womöglich hätte das Spiel dann eine andere Wende genommen, meinte Caputo und fügte hinzu: «Heute hat die glücklichere Mannschaft gewonnen. Aber wir werden das Spiel abhaken. Man muss immer bedenken, dass wir viele Abgänge haben und trotzdem schon sehr weit sind.»

Mit der Niederlage sind die Birmensdorfer wegen der Strafpunkte auf Platz zwei abgerutscht und müssen die Führung vorläufig dem Lokalrivalen aus Urdorf überlassen. Dessen Trainer freute sich natürlich über den Derbysieg. «Ich bin stolz auf die Mannschaft», sagte Musumeci. «Wir haben meiner Meinung nach verdient gewonnen und gezeigt, dass wir sehr viel Qualität haben.»

Die Urdorfer wollen trotz der Tabellenführung aber nicht abheben. «Wir müssen jetzt am Boden bleiben», mahnte Musumeci. «Denn in dieser Gruppe sind alle nahe beisammen, da kann man sich keinen Ausrutscher leisten.»

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