Eishockey
Urdorfer «Stiere» setzten Ausrufezeichen vor dem Derby

Die «Stiere» feiern in der 3. Liga zwei Siege mit dem Gesamtskore von 12:1. Und dies obwohl Seetal dem Captain Sebastian Hauser zufolge der beste aller bisherigen Gegner war.

Raphael Biermayr
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Limmattaler Zeitung

Urdorf ist die Nummer eins. Die Limmattaler traten den Beweis an, dass die erste Niederlage der Vorwoche gegen Seewen ein Ausrutscher war, und sind wieder Tabellenführer. Sie gewannen 3:1 gegen Seetal, «den besten Gegner bislang», sagt der gesperrte Verteidiger und Captain Sebastian Hauser. Er fügt hinzu: «Wir haben defensiv hervorragend gespielt.»

«Die Führung schmeichelte Seetal»

Hauser kassierte fünf Zwangspausen, wovon er bereits zwei abgesessen hat. Er sah, wie die Gastgeber gegen die Luzerner im ersten Drittel in Rückstand gerieten – «die Führung schmeichelte Seetal», befand Trainer Dani Hüni.

Der Ex-Goalie lobte in diesem Zusammenhang Seetal-Hüter Andreas Troxler: «Er hatte eine Sternstunde.» Im Mittelabschnitt rückte Hünis Team die Verhältnisse zurecht. Binnen zehn Minuten trafen Dominik Erb, Marco Novkovic und Sandro Duttweiler. Das 3:1 hatte bis zum Ende Bestand, ein starkes Zeichen hinsichtlich des Derbys gegen die Wings vom kommenden Samstag (20Uhr, Weihermatt) und für mögliche künftige, höhere Aufgaben. Denn die Urdorfer gelten nicht unbedingt als Defensivspezialisten.

Shut-out von Andrej Gingg

22 Stunden später stand hinten gar die Null. Die Aufgabe in Küssnacht am Rigi war ungleich leichter als tags zuvor, dennoch: Eine weisse Weste ist gerade in dieser Harakiri-Spielklasse eine starke Leistung, die letzte der Urdorfer liegt über zwei Jahre zurück. Für einen war es ein ganz besonderes Ereignis.

Der 18-jährige Ersatzgoalie Andrej Gingg hielt beim 9:0-Sieg seinen Kasten sauber, wenn auch manchmal mit etwas Glück: Zwei Treffer wurden (zu Recht) wegen Torraumoffsides aberkannt, ausserdem trafen zwei Zentralschweizer die Latte. «Gingg spielte sehr sicher», freute sich Hüni mit seinem jungen Schlussmann. Dieser war vor Wochenfrist gegen Seewen nach der Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Stammgoalie Fischer bereits eingewechselt worden, hielt stark und parierte unter anderem einen Penalty.

«Ich hoffe, dass ich jetzt mehr spiele»

«Ich hoffe, dass ich jetzt mehr spiele», sagte Gingg damals zwar vorsichtig, aber unüberhörbar fordernd. Gegen Küssnacht unterstrich er, dass auf ihn Verlass ist. An der Hierarchie im Urdorfer Tor ändert sich aber nichts. Talent-Verschleuderer Fischer ist seit Jahren der wohl beste Torhüter dieser Liga.

Im mit Spannung erwarteten Derby wird er im Tor stehen. Für diese Begegnung gilt aus Sicht der Urdorfer die Prämisse: Sie müssen das Tempo bestimmen und gleichzeitig geduldig sein. Wie das geht, haben sie am vergangenen Wochenende bewiesen. Darüber hinaus kommt ihnen die Erinnerung zugute: Zum letzten Mal ohne Gegentor blieb der EHC vor dem Küssnacht-Match im November 2009 gegen die Limmattal Wings im bislang einzigen Derby mit einem Shut-out (3:0).

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