Eishockey
Urdorfer lassen sich vom Gegner provozieren

Urdorf verliert in der 2. Liga den Strichkampf bei Küssnacht am Rigi mit 4:2. Der Ligaerhalt bleibt trotzdem in Griffweite. Allerdings müssen die Limmattaler die Emotionen dafür besser unter Kontrolle haben.

Fabian Kleeb
Merken
Drucken
Teilen
An Torhüter Urs Landis lag es einmal mehr nicht, dass die Urdorfer erneut ohne Punkte nach Hause reisten.

An Torhüter Urs Landis lag es einmal mehr nicht, dass die Urdorfer erneut ohne Punkte nach Hause reisten.

Otto Lüscher

Urdorf-Goalie Urs Landis sass schon längere Zeit auf der Bank, als es passierte: Fünf Sekunden vor Schluss trafen die Küssnachter ins verlassene Tor zum 4:2. Der K.O.-Schlag für die Urdorfer Eishockeyaner. Dass nach der Entscheidung Sebastian Hauser eine Spieldauerdisziplinarstrafe und Colin Wiederkehr eine Matchstrafe kassierten, passte zur ruppig geführten 2.-Liga-Begegnung in der Rigihalle. «Die Enttäuschung ist sehr gross, und der Frust ebenso», sagte Urdorf-Trainer Daniel Hüni dann auch nach Ende der Partie.

Der Reihe nach. Die Eröffnung des Strichkampf-Duells verlief noch emotionslos und ziemlich ereignisarm. Leichte Überhand hatten in dieser Phase die Gastgeber. Als sich erstmals ein Küssnachter in die Kühlbox begeben musste, liessen sich die Limmattaler nicht zweimal bitten. Das Powerplay funktionierte perfekt und nach nur 24 Sekunden Überzahl zappelte die Scheibe im Netz. Nicolas Landis traf. Die Linie um Landis, Hensler und Schmid war also erneut erfolgreich. Doch an diesem Abend blieb dies das einzige wirkliche Ausrufezeichen, das die drei Stürmer setzen konnten.

Machtlos gegen die Maurenbrecher

Nachdem die Limmattaler im zweiten Abschnitt eine längere doppelte Überzahlsituation nicht in einen Torerfolg ummünzten, folgte die Strafe in Form des ersten Gegentors unmittelbar nach Spielhälfte. Alles war wieder ausgeglichen. Mit der Verarbeitung des Gegentreffers bekundeten die Gäste Mühe. Zuerst einmal liessen sie die Fäuste sprechen. Doch auch dies nützte nichts. Wenige Minuten später durchbrachen die Gebrüder Maurenbrecher das Urdorfer Abwehr-Bollwerk erneut. Urdorf musste mit einem 1:2-Rückstand in die letzten 20 Minuten.

Als Thomas Müller die Urdorfer dann auch noch in Unterzahl düpierte, schien die Entscheidung gefallen. Doch die Gäste rafften sich noch einmal auf, und siehe da, zehn Minuten vor Schluss gelang Thomas Wigger der Anschlusstreffer. Von nun an entwickelte sich das Duell zum Wort- und Boxkampf. Strafen gab es auf Seiten von Urdorf noch zuhauf, aber einen Torerfolg verbuchten sie bis zum Schluss nicht mehr. Das anfangs erwähnte Tor sorgte für den Endstand von 4:2.

Auch wenn das Schiedsrichter-Duo den einen oder anderen unkonventionellen Entscheid fällte, ein Grund, dermassen auszurasten, ist dies noch lange nicht. «Wir sind der Küssnachter Strategie, uns mittels Provokationen zu Strafen zu verleiten, auf den Leim gegangen», erklärt Hüni. Dies war wohl der Hauptgrund für die Limmattaler Niederlage. «Die fehlende Präzision besiegelte unser Unterliegen endgültig.»

Fester Glaube an den Ligaerhalt

Ein Befreiungsschlag gelang den Limmattalern also nicht. «Es war ein sehr wichtiges Spiel, aber nicht jenes der letzten Chance», weiss Hüni. Die Ausgangslage am Trennstrich ist äusserst spannend. Auf das oben am Strich platzierte Valle Verzasca haben die Urdorfer noch immer einen Punkt Rückstand. Überholt das Team die Tessiner bis zum Ende der Spielzeit, wäre es schon gerettet. Hünis Prognose diesbezüglich präsentiert sich wie folgt: «Eigentlich bin ich überzeugt, dass wir das packen. Nein, nicht eigentlich. Ich bin überzeugt.»