In der Weltgeschichte gibt es den Prager Frühling, im Regionalfussball den Urdorfer Frühling. Gemeint ist die Zeit während der 2.-Liga-Rückrunde, in welcher sich der in chronischen Abstiegsnöten steckende FC Urdorf jeweils auf teilweise wundersame Weise doch noch den Ligaerhalt sichert. Nicht zum ersten Mal fiel der Startschuss zum Urdorfer Frühling letzte Woche im Trainingslager auf Gran Canaria.

Urdorfs Trainer Roberto Rhiner ist überzeugt, dass ein direkter Zusammenhang zwischen Gran Canaria und Ligaerhalt besteht. Und dies nicht unbedingt, weil seine Mannschaft unter südlicher Sonne neue taktische oder technische Raffinessen einstudiert hat. «Das sportliche Training war während der Woche auf Gran Canaria nur das dritte Ziel. Zuerst kommt Ferien machen, dann die Förderung des Teamgeists», sagt Rhiner und verrät: «Punkto Teamgeist war die Woche auf Gran Canaria ein voller Erfolg. Wir haben dies im letzten Jahr bewiesen und auch heuer verstärkte die gemeinsame Zeit den Kitt spürbar.»

Obwohl die Spieler ein Drittel der Kosten von je 1400 Franken selber übernehmen mussten (je 33 Prozent zahlte die Vereins- und die Mannschaftskasse), machten 21 von 22 Akteuren die Reise mit. «Man ging zusammen Essen und in den Ausgang. Es gab nicht die übliche Grüppchenbildung», schwärmt der Trainer und ist überzeugt, dass das Team auch in dieser Rückrunde trotz einer schwierigen Ausgangslage zusammenstehen werde.

Auch das sportliche Fazit des Trainingslagers fällt positiv aus. Im einzigen Testspiel war man gegen den FC Sarnen aus der 2. Liga inter ebenbürtig, verlor wegen eines Penaltytreffers zwar 0:1, verschoss aber selber ebenfalls einen Elfmeter.

Rhiner und sein Team wollen sich in der Rückrunde darauf konzentrieren, «die Kleinigkeiten zu verbessern». Oft hätten im Herbst genau solche Details zuungunsten des Teams entschieden. In den kommenden Freundschaftsspielen wird Urdorf zudem noch zwei Spieler testen.