Fussball
Urdorf wird zu seinem Glück gezwungen

Mit dem allerletzten Aufgebot gelingt der erste Sieg der 2.-Liga-Saison – 2:0 in Wollishofen.

Raphael Biermayr
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Urdorfs Dario Mühle (vorn, umarmt von Thomas Jenny) schiesst sein erstes Tor in der 2. Liga. biermayr

Urdorfs Dario Mühle (vorn, umarmt von Thomas Jenny) schiesst sein erstes Tor in der 2. Liga. biermayr

Limmattaler Zeitung

Jemanden zu seinem Glück zwingen. Eine Floskel, die sich wohl für jeden bewahrheitet. Gestern war der FC Urdorf in Wollishofen an der Reihe der glücklichen Gezwungenen. Wieder einmal. Dario Mühle köpfelte in der 52. Minute zum 0:1 ein. Es war das erste 2.-Liga-Tor des Verteidigers, der vom FC Birmensdorf kam. Mühle hätte nach Auskunft von Trainer Röbi Rhiner eigentlich gar nicht gespielt. Doch weil sich in der Nacht auf Sonntag ein weiterer Akteur krankmeldete, stand Mühle in der Formation und brachte die «Stiere» mit seinem Treffer auf den Weg zum ersten Sieg im siebten Match der Saison.

Es ist offensichtlich: Mit dem Messer am Hals spielt es sich für den FCU am einfachsten. Nicht weniger als acht Spieler umfasste die Absenzenliste, ausserdem sind mit Andrus
Pimienta und Davide Ramaglia zwei Akteure aus dem Kader gestrichen worden (siehe separaten Artikel). Die Ersatzbank umfasste neben dem Trainerduo und dem wieder einmal verletzten Roman Pfister («Meniskusprobleme – mal was Neues») mit
Allen Leemann und Tim Stucki zwei Junioren. So gab Michi Benz sein Comeback in der ersten Mannschaft. Er hatte keinen Einfluss auf das Spiel, wohl aber auf die Stimmung im Urdorfer Team. Als Ackerer und Motivator lebte er den Jüngeren vor, wie der FCU erfolgreich sein kann. Der unermüdliche Ronaldo Baumann traf in der 67. Minute zum Endstand.

Prominenter Gast

Urdorf verbannt die Stadtzürcher damit auf den letzten Platz. Wollishofen blieb im siebten Match zum fünften Mal ohne Tor. Da nützte auch die Präsenz von Nationaltorhüter
Diego Benaglio nichts, der auf der Bank der Gastgeber sass und sich angeregt mit deren Spielertrainer Vural Oenen – die beiden haben eine gemeinsame Vergangenheit im U-21-Nationalteam – unterhielt.

Die Abstiegskampf-erprobten Limmattaler blieben nach dem Schlusspfiff sehr sachlich. Doch trotz aller Routine: Bei solch miesen Voraussetzungen ein Sechs-Punkte-Match nicht nur zu gewinnen, sondern abgeklärt zu bestreiten, ist ein starkes Zeichen und ein Mutmacher. Und es ist ein Indiz dafür, dass auch die Urdorfer manchmal zu ihrem Glück gezwungen werden müssen. Das sah auch Trainer Röbi Rhiner so: «Manchmal müssen besondere Konstellationen herrschen, damit etwas ausgelöst wird.»