Gestern gegen Wiedikon lag 45 Minuten lang Zählbares in Reichweite. Doch die letzte Überzeugung, der letzte Wille; sie fehlten. So resultierte eine 1:6-Niederlage gegen ein – vor allem in der Defensive – nicht überzeugendes Team. Ein Team, das nach diesem Erfolg noch immer mit dem Aufstieg liebäugeln darf und damit weiterschreibt an seiner Geschichte der Überraschung.

Sandro Agosti: «Die Mannschaft hat viele Punkte verschenkt»

Dass der Lift für die Limmattaler mit grosser Sicherheit nach unten führt, überrascht nicht. Dass sie mit 14 Zählern aus mittlerweile 23 Partien überhaupt noch hoffen dürfen, schon eher. Präsident Sandro Agosti sagte unlängst, dass die Mannschaft viele Punkte verschenkt habe.

Er meinte angesichts des Resultats nicht unbedingt Partien wie die gestrige, allerdings waren die Voraussetzungen für einen «dreckigen Sieg» zumindest im ersten Durchgang gegeben. Doch der FCU kämpfte auch gegen eine Grundnervosität, die sich von Torwart Michael Schürch aus auf sämtliche Mannschaftsteile übertrug.

Das war angesichts des Beginns – 0:1 in der 3.Minute – nicht verwunderlich. Nachdem Dominic Galindo eine Stara-Flanke zum Ausgleich verwertet hatte (24.), wurde es aber nicht besser damit. Der neuerliche Rückstand folgte auf dem Fuss, kurz vor der Pause hatte Galindo Glück, dass sein Handspiel auf der Strafraumlinie nicht mit einem Elfmeter geahndet wurde.

In der zweiten Halbzeit spielten nur noch die Gäste. Fabio Micelli komplettierte seinen Hattrick (69.), bei dessen Vorarbeit sich die Wiediker ebenso viel Zeit lassen konnten wie beim 1:4 (77.). Wenig später trug sich auch der Ex-Urdorfer Cédric Codoni in die Torschützenliste ein..

Hoffnung auf drittletzten Rang

Zu allem Überfluss verletzte sich Michael Schürch kurz vor Schluss bei einem Zusammenprall mit einem Wiediker nach einem Fehler beim Herauslaufen. Diese Szene hätte ausserdem einen Elfmeter hätte zur Folge haben müssen. Dass es keinen gab, war kein Trost für die Limmattaler. Das 1:6 fiel auch so, womit Juniorentorhüter Defrim Delija also ebenfalls noch hinter sich greifen musste.

Offensivaktionen von Urdorf? 0. Eine Zahl, die nur unwesentlich tiefer liegt als der vermutete Wert der Chancen der Limmattaler auf den Verbleib in der 2. Liga, fremde Hilfe ausgenommen. In ebendiese Unterstützung setzt das FCU-Trainerduo Röbi Rhiner/Remo Agosti seine letzte Hoffnung. «Wir müssen alles daran setzen, den drittletzten Platz zu halten», sagte Rhiner, während Agosti klarstellte: «Acht Punkte aufzuholen war schon vor diesem Spiel schwer.»