Fussball
Urdorf unterliegt im ersten 3.-Liga-Match seit vier Jahren

Die «Stiere» unterliegen Freienbach II 1:3. Es war keine zwingende Niederlage, doch offenbarte sich, dass die Limmattaler ohne einen echten Torjäger auskommen mussten. In der Anfangsphase vergaben sie haufenweise Möglichkeiten.

Ruedi Burkart
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Impressionen vom 3.-Liga-Match FC Urdorf - Freienbach
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FCU-Captain Thomas Jenny nimmt nach dem Schlusspfiff einen grossen Schluck
Marco Walter (Mitte) bei einem Gegenangriff der Urdorfer
Urdorfs Cedric Ekomo im Vorwärtsgang

Impressionen vom 3.-Liga-Match FC Urdorf - Freienbach

Ruedi Burkart

«Das war ja ein richtiger Traumstart für mich.» Andi Wiederkehr machte nach dem Schlusspfiff von Ref Diego Zabeni auf Galgenhumor. Nach seinem Abstecher zum FC Würenlos hat der frühere Profi-Fussballer wieder das Amt des Urdorfer Übungsleiters inne. Die gestrige Partie gegen Freienbach II bildete somit seinen Neuanfang auf dem Chlösterli.

Aufgrund der zahlreichen Absenzen musste Urdorfs Trainerduo Wiederkehr/Remo Agosti improvisieren. Weil kein einziger gelernter Stürmer einsatzbereit war, stellte Wiederkehr den 31-jährigen Dominic Galindo als einzige Spitze in den Angriff. Der Plan: Galindo, der in seinen Juniorenzeiten letztmals als Stürmer agierte, sollte von Aleksandar Caijc und Mate Batur aus dem Mittelfeld mit brauchbaren Bällen gefüttert werden.

Was in der Theorie erfolgsversprechend tönte, verkam zum Rohrkrepierer. Caijc und Batur spielten zwar ihre Bälle in die Spitze, Galindo war in seiner ungewohnten Rolle allerdings überfordert, rieb sich an der aufmerksamen Freienbacher Abwehr zusehends auf. Und verstolperte hin und wieder aus aussichtsreicher Position.

Haufenweise Chancen

Dennoch hätten die Urdorfer in ihrem ersten 3.-Liga-Spiel seit dem Sommer 2009 in Führung gehen können - ja müssen. Caijc (7. Minute), Walter (8.), Batur (11.) und Ekomo (31.) hatten in der ersten halben Stunde Chancen zum erlösenden 1:0. Als der aufgerückte Aussenverteidiger Bruno Frei in der 43. Minute sein starkes Solo mit einem miserablen Abschlussversuch beendete, befanden sich die «Stiere» gedanklich bereits in der kühlen Kabine.

So fiel das erste Tor doch noch vor der Pause. Freienbachs Ziltener nahm aus 30 Metern links versetzt vor dem Tor Mass und traf über FCU-Keeper Winkler hinweg zum 0:1. Nach dem Seitenwechsel stürmte der FCU los - und lag nach 50 Minuten mit 0:2 zurück. «Jetzt wirds ganz schwierig», orakelte Urdorfs Vereinspräsident Sandro Agosti.

Das Galindo-Drama

Trainer Wiederkehr reagierte, brachte Neidhardt und Adilovic und liess phasenweise mit drei Stürmern spielen. Zudem entblössten die «Stiere» ihre Defensive fast schon fahrlässig. Symbolisch für das verkorkste Spiel der Limmattaler jene Szene aus der 76. Minute: Stambenes ideal getimte Flanke von links fand den Kopf des völlig freistehenden Galindo. Und was machte der Routinier aus dieser «Hundertprozentigen»? Erraten, er setzte seinen Kopfball kläglich neben den Kasten.

Dass 120 Sekunden später das 0:3 nach einem lehrbuchmässig vorgetragenen Freienbacher Konter fiel, sei an dieser Stelle der Vollständigkeit halber auch erwähnt. Und auch Urdorfs Ehrentreffer durch den erst 18-jährigen Joker Thiago. Wiederkehr: «Dem Jungen mag ich das von Herzen gönnen.»

Am Donnerstag im Cup

«Uns fehlte in der ersten Halbzeit vor allem die Kaltblütigkeit vor dem gegnerischen Tor, sonst hätte die Partie eine andere Richtung nehmen können», so der Urdorfer Übungsleiter weiter. Dass er mit seinem Team in drei Tagen bereits wieder im Einsatz steht (1. Runde im Regionalcup bei Viertligist Oberrieden), kommt ihm entgegen.

«Wir sind froh, geht es ohne lange Pause gleich weiter.» Dannzumal sollte von all den potenziellen Torschützen immerhin Michele Giarrusso wieder einsatzfähig sein.