Eishockey
Urdorf stürmt mit einem knappen Sieg über Seewen auf Platz eins

Der EHC Urdorf entscheidet den 3.-Liga-Spitzenkampf gegen Seewen mit 7:6 für sich. Trotz einer nervösen Anfangsphase, die von zahlreichen Scheibenverlusten beider Teams heprägt war, übernehmen die «Stiere» damit die Tabellenführung.

Michel Sutter
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Alexander Reichmuth (links, Seewen) gegen Tobias Landis (Urdorf).
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Tobias Landis (Urdorf) gegen Stefan Probst (Seewen).
Alexander Kälin (links, Seewen) gegen Samuel Kuoni (Urdorf).
Andre Annen (links, Seewen) gegen Sebastian Hauser (Urdorf).
Urdorf stürmt auf Platz eins

Alexander Reichmuth (links, Seewen) gegen Tobias Landis (Urdorf).

Manuel Geisser

Etwas mehr als zwei Minuten sind in der Partie zwischen Urdorf und Seewen noch zu spielen. Es steht 7:6 für das Heimteam. Dann wird Nicolas Landis für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt. Dort sitzt bereits sein Bruder Tobias, dessen Strafe noch etwa anderthalb Minuten läuft. Urdorf muss also praktisch für den Rest der Partie in doppelter Unterzahl agieren. Und Seewen setzt alles auf eine Karte, um zum Ausgleich zu kommen: Torhüter Tresch macht einem sechsten Feldspieler Platz.

Übermotivierte Urdorfer

Die Urdorfer, die in diesem Spiel bereits zwei Powerplay-Tore kassiert haben, wanken in dieser Phase des Spiels. Doch sie fallen nicht. Die «Stiere» gewinnen die nervenaufreibende Partie doch noch, nachdem sie einen echten Fehlstart erwischt haben. Nach den ersten vier Spielminuten lagen sie bereits mit 0:2 zurück. «Bei den ersten beiden Gegentoren haben wir die Scheibe gespielt und sind nicht zum Mann hingegangen», analysiert Trainer Daniel Hüni.

Es sollten aber nicht die einzigen Szenen bleiben, in denen die Urdorfer Verteidiger von den gegnerischen Stürmern in Verlegenheit gebracht wurden. «Wir haben viele Scheibenverluste gehabt. Die Mannschaft war nervös, teilweise auch übermotiviert», erklärt Hüni. «Das hat man vor Beginn des Spiels in der Garderobe gespürt.»

Partie mit Gelassenheit

Trotz des frühen Rückstandes brach bei den Urdorfern aber keine Panik aus. Und je länger die Partie dauerte, desto stärker wurde Hünis Team. Speziell im Mitteldrittel, als Urdorf seine Nervosität abgelegt hatte und zwei herrliche Tore durch Thomas Heldner und Sandro Duttweiler die «Stiere» erstmals in Führung brachten. Doch Seewen glich nur eine Minute später zum 3:3 aus. Und die Geschehnisse wiederholten sich.

Kurz darauf schoss Tobias Landis seine Mannschaft wieder in Führung, und wiederum eine Minute später schaffte Seewen den Ausgleich.

Eine Viertelstunde vor Schluss brachten Heldner und Wigger ihr Team jedoch erstmals mit zwei Toren Vorsprung in Führung. Darauf konnte Seewen nur noch mit dem Anschlusstreffer reagieren, bevor die hektische Schlussphase begann.

Verdiente Tabellenführung

Mit dem Sieg im Spitzenkampf übernimmt Urdorf die Tabellenführung und ist entsprechend stolz. «Dieser Sieg gibt Selbstvertrauen», sagt Hüni. Gleichzeitig bleibt er aber realistisch: «Wir müssen die nächste Partie auch gewinnen, sonst war der Sieg gegen Seewen wertlos. Und uns wird dann neben all den Verletzten auch Colin Wiederkehr fehlen, der heute eine Matchstrafe kassiert hat.»

Trotz dieser Absenzen stehen die Chancen nicht schlecht, dass Urdorf auch in der nächsten Partie drei Punkte holt. Der nächste Gegner ist nämlich der HC Zugerland, der mit 0 Punkten und 11 Niederlagen am Ende der Tabelle steht.