Eine in dieser Ausprägung seltene Kollektivleistung führte zum vierten Sieg im siebten Match. Sinnbildlich dafür: Alle Sturmlinien steuerten einen Treffer zum 3:2-Erfolg bei. Die an den Tag gelegte Roboterartigkeit war beeindruckend, zeugt sie doch von einer enormen Disziplin. In der Überzeugung, dass die Chance auf einen Torerfolg kommen würde, spulten die Limmattaler ihr (hohes) Pensum ab, ohne sich auf Nebenschauplätzen zu bewegen. Es schien daher so, als ob die Keilerei nach Spielschluss – Marko Novkovic rächte sich an einem unnötigen Einsteigen gegen Thomas Wigger – als Ventil für die aufgestauten Gefühle diente. Trainer Dani Hüni hatte schon vor der Partie eine «gespenstische Stimmung» rund um sein Team wahrgenommen: «Die Spieler waren absolut ruhig, in der Kabine lief keine Musik. Ich fragte mich, wo die Emotionen sind», schildert er.

Fischer spielt von Beginn weg

Ihre Energie wendeten die «Stiere» für harte Arbeit auf, wenngleich nicht für Körperspiel – eines der wenigen deutlichen Mankos im Spiel der Gastgeber. Die konterstarken Bassersdorfer hatten während der ersten zwei Drittel mehr vom Spiel und vor allem deutlich mehr Abschlüsse. Die Treffer von Ivan Turtschi (7.) und Patrick Schödler (30.) bis zum Ende des zweiten Drittels waren zu wenig angesichts des Ertrags. Das lag auch an der Leistung von Sandro Fischer. Der langjährige Stammgoalie spielte nach seinem Comeback während der vorangegangenen Partie wieder von Anfang an. Bei den Toren machtlos – ein verdeckter Schlenzer und ein abgelenkter Schuss –, hielt er sein Team in der
Begegnung.

Die Urdorfer Offensive war in den ersten 40 Minuten harmlos. Mit Ausnahme des Treffers zum 1:1 nach einem herrlichen Solo von Tobias Landis: Mit einer Reihe von Körpertäuschungen hatte er den Riegel an der blauen Linie geknackt. Dank ihres «enormen Selbstvertrauens» (Hüni) warteten sie auf den richtigen Moment. Zwei davon ergaben sich im Schlussabschnitt: Boris Otypka stach nach einem kurzen Zögern der Gäste in einen Spielerpulk, eroberte sich die Scheibe und bediente Dennis Weiss zum 2:2 (42.). Den Siegtreffer erzielte Otypka selbst nach einer eigentlich missratenen Vorlage von Sebastian Hauser im Powerplay (53.).

Fünf Punkte hinter Platz1

Dass sich der Urdorfer Sieg im Verlauf des Schlussabschnitts abzeichnete, führte Hüni auf die konditionellen Vorteile zurück: «Wir wissen, dass wir das Tempo bis zum Schluss durchhalten können, während viele Gegner nachlassen.» Seine Analyse fiel nüchtern aus. Verbarg er etwa seine Freude? Darauf angesprochen, lässt er sich nicht aus der Reserve
locken. «Es ist natürlich eine schöne Situation, aber deshalb ist nichts gegessen. Wir haben sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegsrundenplätze, nach zwei Spielen kann alles wieder anders aussehen.»

Diese Rechnung kann man auch anders auslegen: Der Rückstand auf das Leaderduo beträgt lediglich fünf Zähler.