FC Urdorf
Urdorf lebt wieder nach Zittersieg gegen Wollishofen

Das 3:1 im Kellerduell mit Wollishofen ist der erste Heimsieg der Saison in der 2. Liga. Nach der Niederlage von Unterstrass sind die Limmattaler damit auf zwei Punkte an den rettenden 11.Platz herangekommen. Das ist an sich nichts Neues in der mittlerweile unendlich scheinenden Geschichte der Urdorfer im Abstiegskampf.

Raphael Biermayr
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Das war knapp: Urdorfs 2:0-Torschütze Mate Batur (im Vordergrund) und Wollishofens Adnan Camdzic (in Rot) können es kaum glauben.bier

Das war knapp: Urdorfs 2:0-Torschütze Mate Batur (im Vordergrund) und Wollishofens Adnan Camdzic (in Rot) können es kaum glauben.bier

Sind Stiere wetterfühlig? Ja, nimmt man die Aussage von Urdorf-Captain Adrian Vogel nach dem Sieg gegen Wollishofen: «Es geht auf den Sommer zu, da stimmt unsere Form.» Der 31-jährige Innenverteidiger lächelte dabei; einerseits, weil sein im Abstiegskampf einmal mehr bereits totgesagtes Team einmal mehr quicklebendig ist, andererseits, weil die zurückliegende Schlussphase der insgesamt 94 Minuten zittern pur war.

«Das war völlig unnötig, wir hätten den Sack früher zumachen müssen», sagte Vogel. Tatsächlich: Nach dem Anschlusstreffer zum 1:2 für die Gäste (69.) waren die Limmattaler in Gefahr, sich um den Lohn eines guten Auftritts zu bringen.

Ein Freistoss von Gianluca Cavaliere zischte durch den Strafraum und wenige Zentimeter am Ausgleich vorbei (81.), danach segelte Eckball um Eckball in den Sechzehner. «Ich verstehe nicht, dass wir in dieser Situation nicht cleverer sein können», monierte FCU-Trainer Röbi Rhiner. Das waren Luxusprobleme. Denn als Rolando Baumann einen Konter zum 3:1 abschloss (93.), waren die letzten Zweifel ausgeräumt. Der pfeilschnelle und wuselige Baumann ist nach seiner ärgerlichen Sperre während der ersten vier Rückrundenmatches (wegen einer Schiedsrichterbeleidigung in der Vorbereitung) so wichtig wie nie für Urdorf. Er erzielte gegen Wollishofen seinen achten Saisontreffer.

Das rettende Ufer ist in Sicht

Nach der Niederlage von Unterstrass sind die Limmattaler damit auf zwei Punkte an den rettenden 11.Platz herangekommen. Das ist an sich nichts Neues in der mittlerweile unendlich scheinenden Geschichte der Urdorfer im Abstiegskampf. Aber es ist umso erstaunlicher, als dass sie bislang noch nie so lange auf einen Heimsieg warten mussten. Im zehnten Anlauf der laufenden Spielzeit war es der erste Vollerfolg auf der einstigen Trutzburg Chlösterli.

«Schon unglaublich, eigentlich», sagte Trainer Rhiner darob halbwegs zu sich selbst. Den Weg zu diesem Sieg ebnete Thomas Jenny. Der Vorkämpfer war in dieser körperbetont geführten Partie im Element. Sein erstes Tor mit dem Hinterkopf wurde kurz nach dem Anpfiff noch – zu Unrecht – wegen Fouls annulliert, das zweite nach einem Corner zählte (15.). Die «Stiere» hatten die verunsicherten Gäste inklusive ihren Ex-Torjäger Davide Ramaglia im Griff – bis kurz vor der Halbzeitpause, als ebendieser zunächst an Michael Schürch und wenig später am Fuss von Marc Füglistaller scheiterte.

Nach dem Seitenwechsel pressten die Gastgeber weiter und wurden dafür belohnt. Andrea Pasinelli setzte den verhaltensauffälligen Alessandro Esposito unter Druck und gab die Vorlage zu Mate Baturs 2:0 (69.). Batur verpasste danach die Vorentscheidung, ehe das Zittern begann.