FC Urdorf
Urdorf: Keine Frage der Moral

Der FCU liegt auf einem Abstiegsplatz in der 2. Liga. Das war zu erwarten. Deshalb gibt es auf dem Chlösterli aber keinen Grund zur Panik.

Raphael Biermayr
Merken
Drucken
Teilen

Limmattaler Zeitung

Nur weil etwas nicht überraschend ist, kann es nicht auch schmerzhaft sein. Röbi Rhiner kennt dieses Gefühl. Der Trainer des FC Urdorf wusste von Beginn an, dass er mit seinem Team gegen den Abstieg spielen wird. Nach der Vorrunde belegen die «Stiere» Rang 12. «Die Punkte gegen Affoltern am Albis und Schwamendingen fehlen», so Rhiner. Doch das rettende Ufer ist nicht weit entfernt: Auf Schwamendingen beträgt der Rückstand einen Punkt.

Damit hat der FCU gleich viele Zähler wie vor Jahresfrist auf dem Konto (11). Eine Analyse der einzelnen Partien: Von den acht Niederlagen waren drei diskussionslos, drei fielen mit einem Tor Unterschied aus, zwei mit deren zwei.

Die Moral ist seit je intakt. Die «Stiere» glauben bis zuletzt an einen Erfolg: Viermal erzielten sie in der Schlussphase einen Treffer, zweimal drehten sie einen Rückstand. Das Problem ist die Anfangsphase: Nur in 4 von 13 Partien gingen die Limmattaler in Führung. Trainer Rhiner gewinnt selbst dem etwas Positives ab: «Wir lassen uns von einem Rückstand nicht verunsichern.»

Spieler mit Luft nach oben

Es ist also keine Frage der Moral, sondern der Klasse. Urdorf kann kein Spiel dominieren. Die leitende Hand fehlt. Möglicherweise kann Daniel Alfare diesem Part in der Rückrunde gerecht werden. Der Routinier kam nicht recht auf Touren. Rhiner verzichtet wohlweislich auf Einzelkritik: «Die meisten Spieler haben noch nicht ausgeschöpftes Potenzial.» Positiv aufgefallen ist Roman Pfister: Der Stürmer erzielte 8 von 20 Urdorfer Treffern.

Dennoch würden die jetzigen Seniorenspieler Cicolecchia und auch Christian Sebregondi, die beide in der Vorrunde vereinzelt spielten, dem Team gut zu Gesicht stehen. Wird sie Rhiner kontaktieren? «Dieses Thema ist vom Tisch. Sie haben nur während grosser Engpässe im Kader eine Ausnahme gemacht.» Sonstige Zuzüge? Rhiner übt sich in Anbetracht der finanziellen Ideologie auf dem Chlösterli in Galgenhumor: «Wer uns einen charakterstarken, überdurchschnittlichen 2.-Liga-Spieler vermittelt, der gratis spielt, den lade ich zum Nachtessen ein.»