EIshockey
Urdorf kassiert eine 1:10-Klatsche

Was von vielen im Vorfeld erwartet worden war, ist in der 10. Runde eingetroffen. Die «Stiere» verloren zweistellig. Es stellt sich die Frage, was diese Pleite für die nächsten Auftritte bedeutet.

Raphael Biermayr
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Die Luzerner (in Blau) sind immer einen Schritt schneller als die Urdorfer. Quelle: Raphael Biermayr

Die Luzerner (in Blau) sind immer einen Schritt schneller als die Urdorfer. Quelle: Raphael Biermayr

Es war wie ein Hilfeschrei: «Ich habe keine Mannschaft mehr», musste Urdorfs Trainer Dani Hüni nach Spielschluss in Luzern feststellen. Das wollte er nicht als Anspielung für die Gleichgültigkeit verstanden wissen, mit der sich sein Team in die Kanterniederlage schickte. Er bezog das auf die Kadersituation. Denn mit Marco Novkovic fiel ein weiterer Leistungsträger aus. Nach einem verunglückten eigenen Check prallte er in die Bande und blieb liegen. «Mein Gegenspieler sagte, es habe geknallt. Wahrscheinlich ist ein Band gerissen», stellte der Blessierte selbst wenig später erstaunlich gefasst fest. Sollte sich das bewahrheiten, bedeutet das Saisonende. Das Fundament, auf dem der Aufsteiger seine Erfolge der ersten Matches gebaut hat, wird weiter ausgedünnt.

Nach dem 1:10 und dem Zusammenschluss in der unteren Tabellenhälfte stehen die Limmattaler am Scheideweg. «Jetzt ist das eingetroffen, was uns schon lange von aussen prophezeit war», kommentierte Dani Hüni die Klatsche, die böse Erinnerungen an die letzten zwei Saisons in der 2. Liga weckt. Alarmierend war jedoch nicht das nackte Resultat, sondern, dass es seine Spieler nicht mehr schafften, sich im letzten Drittel aufzubäumen. Etwas, dass sie zuvor ausgezeichnet hatte. Es war im Gegenteil ein Sich-Fügen: Mit 1:6 endete der Schlussabschnitt aus der Sicht der Gäste. Urdorf war damit der iedalie Aufbaugegner für die zu Beginn ängstlich agierenden Luzerner, die Mitte der Woche den Trainer entlassen hatten. Hüni wehrte sich, aus diesem Match tiefschürfende Schlüsse zu ziehen: «Es macht gar keinen Sinn, dieses Spiel zu analysieren. So etwas gilt es einfach abzuhaken.» Ob das auch für Goalie Florian Wassmer möglich ist, wird sich zeigen. Er wurde in den Schlussminuten fast mutwillig im Stich gelassen und verliess die Katakomben nach dem Duschen wortkarg. Möglicherweise steht Sandro Fischer ab Mitte der kommenden Woche wieder als Alternative zur Verfügung. Ein Fragezeichen steht auch hinter dem Zeitpunkt der Rückkehr von Thomas Heldner. Der Ex-Internationale bildete gegen Luzern ein Coaching-Duo mit Hüni, «kein gelungener Einstand», stellte der Walliser mit bitterem Lächeln fest.

Für Trübsalblasen fehlt die Zeit. Ab Mittwoch warten drei Begegnungen innert sechs Tagen auf die Urdorfer (siehe Box). Wie die Resultate auch ausfallen mögen: Dank der elf Zähler ist der EHCU danach nicht abgeschrieben. Daraus leitet Hüni eine gewisse Gelassenheit ab. Er sagt: «Wir brauchen diese Punkte, um zu überleben.»