Engstringens Trainer Roger Balmer mochte sich an diesem regnerischen Montagabend nicht zur Fussballpartie äussern. Zu gross war die Enttäuschung ob des Spiels gegen Urdorf, in dem die Engstringer phasenweise vorgeführt wurden. «Wir waren heute nicht wach und nicht konzentriert», urteilte Engstringens Giuliano Miele. «Wir waren einfach nicht bereit.»

Tatsächlich bekundeten die Engstringer schon in der ersten Halbzeit grosse Mühe mit dem forschen und aggressiven Spielstil der Urdorfer.

Diese erspielten sich durch Flavio Ciullo, Ruben Da Silva Ribeiro und Alessandro Felicetti zahlreiche hochkarätige Chancen, scheiterten jedoch entweder an der eigenen Präzision oder am hervorragenden Engstringer Torhüter Andreas Bader. Dass es nach einer halben Stunde immer noch 0:0 stand, war angesichts der Urdorfer Chancen äusserst schmeichelhaft für Engstringen. «Mit der Chancenverwertung können wir nicht zufrieden sein», sagte Urdorfs Trainer Gianni Musumeci.

Dafür aber mit dem ersten Urdorfer Tor, ein sehenswerter Treffer. Nach einer halben Stunde kam Felicetti, mit dem Rücken zum Engstringer Tor stehend, an den Ball, drehte sich und traf mit einem strammen Schuss zum hoch verdienten 1:0 für Urdorf. Und es sollte nicht Felicettis einziger Treffer an diesem Abend bleiben: Fünf Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da wurde der Stürmer im Strafraum steil angespielt und schloss eiskalt zum 2:0 ab.

Damit hat Felicetti in den letzten beiden Spielen fünfmal getroffen. «Ich freue mich über meine Tore», sagte der Stürmer, «sie geben mir Selbstvertrauen. Schliesslich werde ich als Stürmer an meinen Toren gemessen. Aber mir ist es wichtiger, dass wir die drei Punkte holen.»

Glarners Tor zählt nicht

Die drei Urdorfer Punkte schienen kurzzeitig trotz des Zwei-Tore-Vorsprungs nochmals in Gefahr zu geraten. Denn Engstringen versuchte, sofort zu reagieren, und kam wenige Minuten nach Felicettis zweitem Tor beinahe zum Anschlusstreffer. Mathias Glarner stand im Strafraum frei und wurde angespielt. Der Engstringer lief durch, bugsierte den Ball über die Linie – und jubelte.

Doch sein Jubel war verfrüht, denn der Schiedsrichter anerkannte den Treffer wegen eines angeblichen Handspiels nicht. «Hätte das Tor gezählt, wäre es nochmals spannend geworden», meinte Felicetti später.

Spannend wurde es allerdings nicht mehr. Nur zwei Minuten nach Glarners vermeintlichem Tor schoss Velisav Stevovic das 3:0. Stevovics Treffer war der K.-o.-Schlag für Engstringen, das der Urdorfer Überlegenheit nun gar nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Nach einer Stunde traf Ruben Da Silva Ribeiro zum 4:0, ein paar Minuten später folgte das 5:0 durch Samir Kozarac, und zu allem Überfluss aus Engstringer Sicht köpfte Cyrill Schmid den Ball auch noch ins eigene Netz.

Nun gegen Birmensdorf

Für Engstringen hingegen geht es darum, die Pleite möglichst schnell abzuhaken. «Wir müssen Spiel für Spiel nehmen», sagte Miele. «Und wir müssen versuchen, im nächsten Spiel zu punkten.» Das dürfte nicht einfach werden: Die Engstringer spielen gegen Höngg, den Viertplatzierten in der Tabelle.