Es hätte ihm gefallen. Der designierte Urdorf-Präsident Thomas Leimgruber hatte sich vor Wochenfrist im Derby gegen die Wings abfällig über den Auftritt des EHCU geäussert. Er hatte «das Feuer» vermisst. Gegen Seetal war es zurück. In diesem wohl kniffligsten Spiel bislang bei der Zentralschweizer Heimmacht zeigten die «Stiere», dass Leidenschaft und das Bewahren eines kühlen Kopfs gleichzeitig möglich sind.

Das galt selbstredend nur bedingt im Falle von Marco Novkovic, der sich kurz vor Spielhälfte eine erstklassige Schlägerei mit Roger Trottmann lieferte. Er rächte damit ein gefährliches Einsteigen gegen einen Teamkollegen. Dass Novkovic den Faustkampf für sich entschied, war gleichwohl wichtig für den Erfolg im Match. Denn es war ein untrügliches Zeichen an die Gastgeber: Die Urdorfer würden unter keinen Umständen klein beigeben.

Ex-NLA-Crack Thomas Heldner

Zu besagtem Zeitpunkt führten die Gäste 2:1. Wenig später hiess es 5:1 aus ihrer Sicht. Diese drei Treffer waren das Resultat einer bestechenden Phase des EHCU. Besonders eindrücklich das 1:4: Ex-NLA-Crack Thomas Heldner bewies sein überragendes Spielverständnis, indem er in aller Ruhe wartete, bis Captain Sebastian Hauser an den richtigen Ort gefahren war, um zu vollenden. Der einzige Kritikpunkt an diesem Abend folgte anschliessend. Mit unzwingenden Strafen brachten die Gäste die Seetaler zurück in die Partie.

Am Ende war das aber nur eine Randnotiz. Urdorf spielte im letzten Abschnitt defensiv über weite Strecken souverän, rund vier Minuten vor dem Ende traf der spielfreudige Heldner mit einem Kracher unter die Latte zur Entscheidung.

Hünis rares Lob an einen Einzelnen

Es war ein Sieg des Kollektivs, aus dem einige herausragten: beispielsweise der «Generationensturm» mit Altmeister Adrian Casutt (Jahrgang 1971) und den jungen Nicolas Landis (1992) und Samuel Kuoni (1990). Bei vier Treffern war mindestens einer von ihnen beteiligt. Oder Colin Wiederkehr, der die Konzentrationsmängel abstellte und sowohl als Verteidiger als auch zwischenzeitlich als Stürmer durch Beharrlichkeit glänzte, diese brachte ihm den Treffer zum 5:1 ein.

Und dann war da auch Raphael Studer. Der vormalige Topskorer erscheint zwar nicht mehr so regelmässig unter den Torschützen oder Vorlagengebern. Doch sein nimmermüder Einsatz zugunsten des Teams rückt den hinter vorgehaltener Hand auch schon als Egoist verschrienen in ein anderes, helleres Licht. «Ich habe ihm besonders gratuliert. Studi gefällt sich im Moment nicht so – mir hingegen sehr. Er ist ein kompletterer Spieler geworden», sagt EHCU-Trainer Dani Hüni, der selten einen Einzelnen heraushebt, über Studer.

Nach der Niederlage der Wings gestern gegen Seewen steht am kommenden Samstag in Urdorf (17.15 Uhr, Weihermatt) das Endspiel um die Teilnahme an der Finalrunde auf dem Programm. Können sie die Form vom Seetal-Match mitnehmen, sind die «Stiere» von den Schwyzern kaum zuschlagen.