Es gibt Tore, die für eine Mannschaft besonders ärgerlich sind. Das vierte Küsnachter Tor am Samstagabend in der Weihermatt war so eins, zumindest aus Sicht der Urdorfer. Küsnachts Andreas Schaub hatte nach einem Angriff Goalie Florian Wassmer zwischen den Schonern erwischt. Und was noch bitterer war für die «Stiere»: Der Treffer fiel gerade mal eine halbe Minute, nachdem Yvan Yanez für Urdorf das erste Tor geschossen hatte.

Nun war der vierte Gegentreffer in diesem Spiel wohl nicht die entscheidende Szene. Doch er war symptomatisch für den Auftritt der Urdorfer, die sich zwar wieder einmal kämpferisch zeigten, insgesamt aber zu wenig energisch und konsequent waren. Besonders vor dem gegnerischen Tor.

Bis zur Spielhälfte lagen die «Stiere» erst mit 0:1 zurück und hatten mit dem Tabellenzweiten aus Küsnacht bislang gut mitgehalten. Dann folgte eine Druckphase des Heimteams, doch Nicolas Landis und seine Kollegen brachten die Scheibe einfach nicht über die Torlinie. Das 1:1 lag in der Luft und hätte auch dem Spielverlauf entsprochen.

Überzahlphasen genutzt

Doch, statt den Ausgleich zu erzielen, kassierte Urdorf in der Person von Sebastian Hauser eine Strafe, und mit dem ersten Angriff im Powerplay sorgten die Küsnachter gleich für das 2:0. Wenig später musste auch der spätere Torschütze Yvan Yanez auf der Strafbank Platz nehmen. Und wieder nutzten die Küsnachter die Überzahl: Andreas Schaub erhöhte auf 3:0 für die Gäste. Damit war die Partie nach etwas mehr als der Hälfte bereits gelaufen.

«Wenn man die Chancen nicht nutzt, kriegt man sie eben», meinte Hauser dazu. Beispielsweise in den Überzahlsituationen: Fünfmal konnten die «Stiere» in Überzahl agieren, davon einmal für anderthalb Minuten sogar mit zwei Spielern mehr auf dem Eis.

Doch Torchancen konnten sie in diesen Phasen nur wenige kreieren. Küsnacht dagegen erzielte drei seiner vier Tore im Powerplay. «Wir machen im Powerplay zu wenig Druck aufs gegnerische Tor», stellte Hauser fest.

Das grösste Problem sei aber, dass sein Team viel zu wenige Tore schiesse. «Wir waren schon gegen Bellinzona über 50 Minuten die bessere Mannschaft und haben trotzdem verloren», sagte er ernüchtert. «Wir müssen den Knopf lösen und unsere Chancen nützen.»

Für Trainer Jürg Brügger ist die fehlende Kaltschnäuzigkeit seiner Schützlinge ebenfalls das Hauptproblem. «Wir erzwingen das Glück viel zu selten», meinte er. «Wir hatten gegen Küsnacht mehr Spielanteile, waren aber zu wenig clever.»

Geärgert haben Brügger aber auch jene Strafen, die er als unnötig erachtet. «Wir müssen schauen, dass wir weniger dumme Strafen kassieren», meinte er. «Wir können uns keine Undiszipliniertheiten leisten.»

«Es fehlt das Quäntchen Glück»

Mit der Niederlage gegen Küsnacht bleibt Urdorf mit zwei Punkten weiterhin am Tabellenende. Dennoch: Von Nervosität ist noch nichts zu spüren, zumindest nicht bei Sebastian Hauser. «Wir haben keine Panik», versicherte der Routinier. «Wir müssen jetzt noch vorne schauen und genauso weitermachen.» Und auch Brügger findet: «Wir sind dran. Uns fehlt einzig das Quäntchen Glück.»