Ski

Unterländer Skiprinzessin will so gut werden wie Lindsey Vonn

Gioia Zeindler mit Carlo Janka am Grand Prix Migros in Obersaxen.

Gioia Zeindler mit Carlo Janka am Grand Prix Migros in Obersaxen.

Ski-Talente aus dem Unterland sind rar gesät. Gioia Zeindler aus Berikon ist so eins. Das Ziel der 11-Jährigen: Starts im Weltcup. Ihr Traum: Die Olympischen Spiele 2022.

Gioia Zeindlers Feuer für den Wintersport wurde früh entfacht. Mit 20 Monaten stand sie erstmals auf Ski, eiferte in der Folge ihren älteren Geschwistern Gina und Rico nach. «Sie fahren auch gut, aber ich kanns besser», sagt Gioia heute. Es kommt schon mal vor, dass sie nach einem Skirennen mit zwei 16-jährigen Burschen auf dem Podest steht.

Die Eltern Renata und Roger sind in Dietikon aufgewachsen. Auch in ihrem Leben spielt Sport eine Rolle. Roger Zeindler spielt noch heute für den FC Dietikon Fussball. «Früher wollte ich Profi werden», sagt er. In der 1. Liga spielte er für Altstätten. Einen Namen hat er sich auch als House-DJ Jaybee gemacht. Mutter Renata gibt Fitnessstunden in Dietikon.

Trainer ist Franz Heinzer

Mit fünf Jahren trat Gioia Zeindler dem Skiclub Brunni-Alpthal bei. «Eine Unterländerin kann eh nicht Ski fahren, sagten die Bergler anfangs», erzählt Gioia Zeindler. Dieses Vorurteil hat sie schnell entkräftet. Mittlerweile fährt sie in der Leistungsgruppe des Skiclubs Schwyz. Und in der Fördergruppe des Swiss Knife Valley Ski Teams (SKV) wird sie auf den Übertritt ins Kader vorbereitet. Einer ihrer Trainer dort ist Abfahrts-Weltmeister Franz Heinzer.

Während der Wintermonate steht die 11-Jährige an vier Tagen in der Woche auf der Piste. In den Weihnachts- und Sportferien jeden Tag. Gioia Zeindlers Lieblingsdisziplin ist der Slalom, ihre Lieblingsfahrerin Lindsey Vonn. Irgendwann möchte sie im Weltcup starten. Ihr Traum sind die Olympischen Winterspiele. «Wir unterstützen Gioia, solange sie Spass daran hat», sagen ihre Eltern Renata und Roger. «Wir müssen sie eher bremsen. Am liebsten würde sie sieben Tage pro Woche Sport machen.» Im TSV Rohrdorf geht sie auch noch ins Geräteturnen. «Aber weil es im Geräteturnen keinen Weltmeister-Titel gibt, konzentriere ich mich lieber aufs Skifahren», sagt die kecke Schülerin.

Vater ist ihr Servicemann

Die Eltern unterstützen sie, so gut es geht. Vater Roger ist ihr Servicemann und präpariert die Ski. Unterrichtet wird sie seit diesem Herbst zu Hause von ihren Eltern. «Gioia war sehr unglücklich mit der Lehrersituation an der Bezirksschule Berikon», erklärt der Vater. Ihre Eltern seien gute Lehrer, sagt Gioia. Die Tochter sei eine gute Schülerin, sagen die Eltern. Mit dem Stoff sei man dem Lehrplan gar voraus. Doch die Situation könnte sich bald ändern: Im März stehen für Gioia Zeindler die Aufnahmeprüfungen für das SKV-Kader und die Talentschule Schwyz auf dem Programm.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1