2. Liga
United Zürich gibt dem FC Urdorf die erwartete Ohrfeige

Gleich mit 0:6 unterlag das abstiegsbedrohte Urdorf in der 2. Liga dem Spitzenteam United Zürich. Eine Kanterniederlage, die die Urdorfer relativ ruhig aufgenommen haben. Sie waren sich des Klassenunterschieds zu den Zürchern bewusst.

Michel Sutter
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Marco Stara (rechts) und der FCU kommen nicht vom Fleck.bier/archiv

Marco Stara (rechts) und der FCU kommen nicht vom Fleck.bier/archiv

Röbi Rhiner lächelte, als er nach dem Schlusspfiff das Spielfeld verliess. «Fragen Sie unseren Präsidenten!», meinte der Trainer des FC Urdorf scherzhaft, «er soll was dazu sagen.» Dieser lachte nur und verabschiedete sich freundlich. Wer das Spiel zuvor nicht gesehen hatte, hätte angesichts der schmunzelnden Gesichter der Verantwortlichen glatt meinen können, die Urdorfer hätten United Zürich besiegt – oder zumindest ein Unentschieden geholt.

Keine bittere Niederlage

Dabei hatten die Limmattaler eine 0:6-Klatsche kassiert. Doch von Niedergeschlagenheit keine Spur. «Es ist keine bittere Niederlage», meinte Rhiner, «denn wir haben ja nicht knapp, sondern klar verloren. United war zwei Klassen besser, und gegen eine solche Mannschaft kann man verlieren.»

In den ersten Spielminuten war der Klassenunterschied allerdings nicht zu sehen. Im Gegenteil: Urdorf hatte durch Marco Stara, der in der vierten Minute vor dem gegnerischen Tor auftauchte, gar die erste Torchance. Nutzen konnte er sie aber nicht. Stattdessen fiel praktisch im Gegenzug das 1:0. Urdorfs Torhüter Michael Schürch hatte eine hohe Flanke in den Strafraum unterlaufen, Leonardo Rapisarda schob den Ball ins leere Tor. «Ein ärgerliches Gegentor», befand Rhiner.

Entscheidung fällt bald

Auch beim 2:0 nach einer halben Stunde stellte sich die Urdorfer Hintermannschaft etwas ungeschickt an. Panagiotis Papastergios konnte im Fallen den Ball an Schürch vorbeispitzeln. Immerhin fingen sich die Limmattaler jetzt ein wenig, kamen aber zu keinen echten Torchancen mehr. Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag: Eine Minute nach Wiederanpfiff traf Papastergios zum 3:0. «Dann war das Spiel gelaufen», meinte Rhiner.

Und so dachte wohl auch seine Mannschaft. Denn nur fünf Minuten später kassierte sie das vierte Tor. Rhiner nahm seine Mannschaft indes in Schutz. «Wir müssen Ruhe bewahren», mahnte er. Man werde sich jetzt sicher nicht selbst zerfleischen. «Wir müssen die Mannschaften schlagen, die in unserer Reichweite sind», sagte er. «Dazu zählt auch unser nächster Gegner Horgen.» Dieser gastiert am kommenden Samstag auf dem Chlösterli.