Urdorf
Unihockey Limmattal steht im Play-off-Halbfinal

Die Limmattaler gewinnen in Urdorf gegen Herisau mit 7:4 und damit die Serie.

Michel Suter
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Dominik Hofstetter (links) im Zweikampf gegen Yanick Remualdi.

Dominik Hofstetter (links) im Zweikampf gegen Yanick Remualdi.

Michel Suter

Schon vor der Schlusssirene klatschte Limmattals Trainer Michael Hunziker auf der Bank mit einigen seiner Spieler ab, ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Das dritte Spiel des Play-off-Viertelfinals zwischen seinem Unihockey Limmattal und Herisau war schon zweieinhalb Minuten vor dem Ende gelaufen – mit dem Tor durch Nicolas Gitonga zum 7:4.

Zuvor hatte Lukas Wittwer mit seinen beiden Treffern innert vier Minuten den Grundstein gelegt für den Limmattaler Erfolg. «Wir haben eine sehr gute Moral bewiesen», meinte Wittwer, der als Best Player seines Teams ausgezeichnet wurde. «Es war sehr wichtig, gleich nachzudoppeln und damit das Spiel definitiv zu unseren Gunsten zu entscheiden.»

Die Limmattaler bejubeln einen ihrer Treffer.

Die Limmattaler bejubeln einen ihrer Treffer.

Michel Suter

Wittwers Tordublette und Gitongas Schlusstreffer waren die Erlösung für die Limmattaler in diesem nervenaufreibenden Spiel. Zuvor hatten sie an diesem Sonntagnachmittag in der Zentrumshalle in Urdorf zahlreiche Torchancen vergeben. Allein Dominik Hofstetter und Etienne Benz kamen zu so vielen Gelegenheiten wie wohl kaum zuvor, scheiterten aber immer wieder an Herisaus starkem Torhüter Zwissler oder am eigenen Unvermögen.

Lange gezittert

So mussten die Limmattaler lange zittern nach ihrem grandiosen 10:6-Sieg am Samstagabend in Herisau, der ihnen den 1:1-Ausgleich in dieser Best-of-3-Viertelfinalserie und damit erst das Entscheidungsspiel in Urdorf überhaupt ermöglicht hatte.

Man fühlte sich an die erste Partie in Urdorf vor einer Woche erinnert, als Limmattal das Spiel zwar dominierte und ein Chancenplus verzeichnete, Herisau aber vor dem gegnerischen Tor effizienter war und am Schluss gewann. Auch diesmal zeigten sich die Herisauer bei ihren Torabschlüssen eiskalt und nutzten sogar Chancen, die eigentlich keine waren, wie das 4:4 durch Marcel Brunner, bei dem der Ball vor Limmattals Goalie Jonas Wittwer nochmals unglücklich aufsprang.

Und das, nachdem die Hausherren nach dem ersten Drittel noch mit 3:1 geführt hatten. «Ich hatte immer das Gefühl gehabt, wir hätten mit den Herisauern auf Augenhöhe gespielt», meinte Hunziker. «Doch sie haben einfach ihre Tore gemacht, während wir so viele Möglichkeiten hatten und sie nicht nutzen konnten.» Das habe auch daran gelegen, dass sein Team in dieser Serie schlicht Pech gehabt habe, vor allem beim Torabschluss.

Glück für Limmattaler

Zehn Minuten vor Spielende hatten die Limmattaler allerdings Glück, dass eine umstrittene Szene zu ihren Gunsten gewertet wurde: Die Herisauer kamen vor dem Limmattaler Tor zum Abschluss, im Gewusel hatten sie den Ball scheinbar über die Linie gebracht. Die Gäste jubelten schon, als Torhüter Jonas Wittwer den Ball in die Höhe hielt. Die Schiedsrichter annullierten den vermeintlichen Treffer, doch ob der Ball wirklich nicht im Tor gelegen hatte, liess sich nicht endgültig klären. «Ich hatte den Ball drin gesehen», gab Hunziker zu.
Nun ist alles möglich

Mit ihrem Sieg gegen Herisau haben sich die Limmattaler nun für die Halbfinals qualifiziert. Ein Erfolg, der vom Aufsteiger zu Beginn dieser Saison nicht hätte erwartet werden können. «Für mich war einfach wichtig, dass wir gegen Herisau mindestens eine Partie gewinnen», sagte Hunziker. «Das haben wir am Samstagabend in Herisau geschafft. Und jetzt haben wir auch noch die Serie für uns entschieden. So gesehen bin ich sehr zufrieden.» Alles, was jetzt komme, sei Zugabe.

Doch wer denkt, die Limmattaler rechnen sich im Halbfinal keine Chancen aus, irrt. «Wir sind in der Rolle des Aussenseiters», meinte Lukas Wittwer. «Und mir gefällt diese Rolle.» Eine Rolle, mit der die Limmattaler in dieser 1. Liga bisher sehr gut zurechtgekommen sind.