Unihockey
Unihockey Limmattal gewinnt verrückte Partie

Als die Crusaders aus Zürich kurz vor Schluss nochmal ausgleichen konnten, schien der UH Limmattal den sicher geglaubten Sieg doch zu vergeben. Die Limmattaler 2.-Ligisten konnten aber reagieren und die Partie doch noch mit 8:6 für sich entscheiden.

Michel Sutter
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Moment der Entscheidung: Der Crusaders-Goalie muss sich zum 6:7 geschlagen geben.

Moment der Entscheidung: Der Crusaders-Goalie muss sich zum 6:7 geschlagen geben.

Roland Jaus

«Ist das dein Ernst?», fragte Nicolas Gitonga den Schiedsrichter. Etwas mehr als 35 Minuten waren zwischen Unihockey Limmattal und den Crusaders gespielt, als Gitonga die rote Karte sah und eine Matchstrafe kassierte. Was war passiert? Gitonga hatte ein Rencontre mit seinem Gegenspieler Andres Hartmann.

Dieser beschwerte sich beim Limmattaler. Das wiederum liess sich Gitonga nicht gefallen, baute sich vor Hartmann auf und deutete einen Kopfstoss an. Gitongas Aktion war zweifellos überflüssig. Von einem Gewaltausbruch konnte allerdings auch keine Rede sein. Hartmann jedenfalls fasste sich nicht an den Kopf und forderte auch keine Matchstrafe gegen Gitonga.

Lange Unterzahl für das Heimteam

Wie dem auch sei: Gitonga, der zuvor drei Treffer erzielt hatte, war nicht mehr dabei. Und seine Mannschaft, die zu diesem Zeitpunkt mit 5:3 führte, bekam für sein Vergehen eine Strafe von fünf Minuten aufgebrummt. 49 Sekunden davon musste das Heimteam sogar nur zu dritt überstehen, da zuvor mit Yannick Miller bereits ein Limmattaler auf der Strafbank Platz nehmen musste.

Die fünf Minuten überstanden die Hausherren schadlos. Und als Tim Mock nur zwölf Sekunden nach dem Anschlusstreffer der Gäste das 6:4 schoss, schien die Partie endgültig zugunsten der Limmattaler zu laufen. Doch die Gäste gaben nicht auf und kamen durch Denis Metz und Silvan Hartmann zum Ausgleich, knapp drei Minuten vor Ende der Partie.

Limmattaler verhindern die Wende

Nachdem die Gäste den frühen 0:2-Rückstand wettgemacht hatten, hatten sie nun das Momentum wieder auf ihrer Seite. Doch es gab tatsächlich erneut eine Wende in dieser verrückten Partie. Nur eine Minute nach Hartmanns Tor schoss Dario Küng das viel umjubelte 7:6. Und Küng traf gleich nochmals – ins leere Tor, 44 Sekunden vor Schluss.

Damit hatte Küng für die Entscheidung in diesem Match gesorgt. Doch warum hatten es die Limmattaler überhaupt so spannend gemacht? Immerhin hatten sie nach einer Minute bereits mit 2:0 geführt. «Wir waren wohl zu selbstsicher», meinte Captain Damian Püntener. «Zudem haben uns die Crusaders unter Druck gesetzt, und wir haben dumme Eigenfehler gemacht.» Das Team müsse jetzt die richtigen Schlüsse aus dieser Partie ziehen: «Künftig dürfen wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen.»

Nur noch elf Feldspieler

Zur Matchstrafe gegen Gitonga meinte Püntener, er habe die Szene nicht gesehen. «Aber der Schiedsrichter entscheidet. Nun wird Nicolas wohl gesperrt werden – das ist ein grosser Verlust für uns.» Dürfte sich die ohnehin angespannte Personalsituation bei den Limmattalern, die momentan nur mit elf Feldspielern agieren, noch verschärfen? «Ach, wir sind es gewohnt, mit zwei Blöcken zu spielen», meinte Püntener. «Wir versuchen, auch mit weniger Spielern immer alles zu geben.»